Alkohol ist keine Lösung – ein ernüchternder Abend

Manchmal will man einfach nur, dass der Kopf endlich Ruhe gibt. Gestern habe ich genau das versucht und wollte mich sprichwörtlich weglöten. Das Ergebnis? Es funktioniert nicht. Trotz der Menge ist die Stimmung heute genauso bescheiden wie davor.

Körperlich bin ich wieder einigermaßen auf dem Damm, aber die Gedanken drehen sich unbeeindruckt weiter. Mir ist völlig klar, dass Alkohol keine Probleme löst, aber gestern Abend habe ich einfach verzweifelt nach einem Ausweg gesucht. Dass ich dabei eine halbe Kiste – also zehn Halbe – geschafft habe, erschreckt mich selbst am meisten. Ich war gut betrunken, habe aber trotzdem keine Sekunde besser (oder schlechter) geschlafen. Dabei trinke ich aktuell eigentlich fast gar nicht mehr.

Ein kurzes Wort an dich, Dine: Ja, du hast recht. Ganz ohne ist es der bessere Weg. Und nach dieser ernüchternden Erkenntnis wird das nun auch definitiv wieder für lange Zeit so bleiben. Es tut mir leid für diesen schwachen Moment.


Ein kleiner Tipp: Wenn der Drang, dem Kopf entfliehen zu wollen, wieder so groß wird, hilft es manchmal, genau diese rohen, ungeschönten Gedanken einfach aufzuschreiben, bevor man zur Flasche greift. Du machst das mit deinem Blog schon genau richtig.

Ein Tag auf absoluter Sparflamme

Heute habe ich über 12 Stunden geschlafen – und fühle mich, ehrlich gesagt, immer noch nicht richtig wach. Mein Körper scheint sich gerade einfach das zu holen, was er braucht.

Ich hoffe sehr, dass die Energie morgen ein bisschen zurückkehrt und ich zumindest eine Kleinigkeit von dem schaffe, was eigentlich ansteht. Meine heutige Erfolgsbilanz sieht nämlich sehr überschaubar aus: Zwei Scheiben Brot mit Käse und ein Kaffee. Mehr habe ich heute wirklich nicht zustande gebracht.

Aber das ist jetzt eben so. Schauen wir mal, was der morgige Tag bringt. 😊 Und dann sehen wir schon weiter.

Ostern – kann man machen, kann man aber auch lassen.

Mir geht’s die Tage leider gar nicht gut. Ich bin mal wieder extrem nachdenklich und frage mich, ob das eigentlich alles noch Sinn macht – oder eben so gar keinen Sinn mehr hat.

Ich weiß gar nicht genau, woher das plötzlich wieder kommt. Vielleicht ist es wieder dieser Gedanke daran, dass ich keine eigene Familie habe und an solchen Feiertagen alleine hier sitze. Das Absurde daran ist: Ich möchte gerade auch gar niemanden bei mir haben. Ich habe sogar extra die Klingel abgestellt, einfach nur, um meine absolute Ruhe zu haben.

Die letzten zwei Tage bin ich auch nicht dazu gekommen, an meinem Buch weiterzuschreiben. Das Einzige, wozu ich mich aufraffen konnte, war, Leuten auf Facebook dabei zu helfen, ihre Bilder zu bearbeiten. Kleine Ablenkungen eben.

Ach, ich weiß es gerade mal wieder nicht. Und das, obwohl hier eigentlich so wunderbares Wetter ist. Trotzdem geht’s einfach nicht.

Wird schon wieder werden. Hoffe ich.

Was von einem Leben bleibt

Alles, was von einem Leben bleibt, ist ein Fußabtreter. Die Ironie dahinter könnte kaum bitterer sein.

Ich kannte ihn nicht wirklich, den Mann, der da direkt neben mir wohnte. Ich wusste nur, dass er Busfahrer war – nicht mehr und nicht weniger. Und ich wusste, dass er unendlich gerne Filme über sein Surround-System schaute, oft sehr zu meinem Leidwesen. Aber jetzt ist er weg, und heute wurde alles aus seiner Wohnung geräumt und entsorgt. Nichts ist geblieben, außer diesem Fußabtreter und seinen Namensschildern an der Tür.

Es ist ein zutiefst trauriger Moment, wenn jemand mit nicht einmal 40 Jahren einfach aus dem Leben gerissen wird. Und sofort mache ich mir schon wieder Gedanken, die ich mir vielleicht gar nicht machen sollte. Ich habe von all dem nichts mitbekommen. Er hat mich nie an seinem Leben teilhaben lassen, ganz im Gegensatz zu den beiden Vormietern. Wir waren uns fremd.

Trotzdem berührt es mich. Komm gut dort an, wo du jetzt bist. Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen, dass es dir dort besser geht.

Tausend Dinge an einem Tag – und endlich der große Durchbruch!

Heute war einer dieser Tage, an denen gefühlt alles auf einmal passiert. Ich muss hier einfach mal die tausend Dinge zusammenfassen, die ich heute erlebt habe. Schnallt euch an!

📦 Räumungs-Rekord am Morgen

Pünktlich um 9 Uhr ging es los: Voller Alarm, die Nachbarwohnung wurde geräumt. Und ich muss ehrlich sagen: Absoluter Respekt! Nach gerade mal zweieinhalb Stunden war die komplette Bude besenrein. So schnell und effizient muss man das erst mal hinbekommen.

🛠️ Projekt „Bernd“ geht voran

Danach kam natürlich noch „Bernd“ an die Reihe. Zuerst habe ich mich um die Rückseite gekümmert, später war dann die Vorderseite dran. Bei der Front muss ich allerdings morgen auf jeden Fall noch mal ran. Ich schätze, das wird mich noch gut ein bis zwei Tage beschäftigen, aber es wird!

🏥 Der Reha-Meilenstein (Endlich!)

Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich auf meine Reha warte. Und haltet euch fest: Diesen Freitag sollen nun endlich alle Unterlagen bei der Reha-Einrichtung vorliegen!

  • Ich faul ab – einen ganzen verdammten Monat habe ich jetzt darum gekämpft!
  • Ich bin einfach nur happy und wahnsinnig erleichtert.
  • Jetzt muss das Ganze „nur“ noch genehmigt und der Kostenträger gefunden werden.

Das absolut Beste daran: Darum kümmert sich ab jetzt die Rehaklinik selbst. Dafür geht an dieser Stelle schon mal ein riesiges, riesiges Dankeschön raus!

🌙 Durchatmen

Das Fazit des Tages? Ich kann heute Nacht endlich wieder besser schlafen und blicke deutlich positiver in die Zukunft. Die Dinge, die jetzt noch zu klären sind, fühlen sich im Vergleich zu diesem Reha-Kampf wirklich nur noch wie Kleinigkeiten an.

Willkommen zuhause, Bernd! Von blassen Broten, blühenden Pflanzen und dem Blick auf das Positive

Heute war ein besonderer Tag: Ich habe Bernd abgeholt. Bernd stammt aus meiner kreativen Schaffensphase während meines Aufenthalts im BKH Augsburg.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag in der Ergotherapie. Ich saß da und meinte nur demotiviert: „Ich habe einfach keine Lust…“ Die Therapeutin schaute mich an und fand genau die richtigen Worte. Sie fragte nur trocken: „Herr Steinkamp? Was würden Sie denn sonst jetzt machen?“ Tja. Und schwupps, war ich drin im Thema.

Wie Bernd entstand Irgendwie erinnerte ich mich daran, dass wir auf der Silvesterfeier im Krankenhaus (natürlich völlig alkoholfrei) die Neujahrsansprache von Bernd das Brot geschaut hatten. Das war die zündende Idee! Also beschloss ich, Bernd zu bauen, auch wenn ich nur noch zwei Wochen Zeit in der Klinik hatte.

Eigentlich wollte die Therapeutin Bernd nach meiner Entlassung noch bemalen, ist aber im Klinikalltag einfach nicht dazu gekommen. Als ich ihn heute abholte, war er dementsprechend noch recht blass um die Nase. Aber sie meinte, mit Acrylfarben geht das wunderbar. Also werde ich Bernd jetzt selbst bemalen… schon ein bisschen verrückt, oder? Ein blasses, deprimiertes Kastenbrot anmalen.

Die kleinen Aufgaben des Lebens Aber ganz ehrlich: Ich bin unfassbar dankbar für Bernd. Das klingt vielleicht komisch, aber es ist so. Er gibt mir eine kleine Aufgabe. Genau wie die Pflanze, die mir mein Nachbar vor gut einem Jahr vermacht hat. Und ratet mal, wer aktuell in voller Pracht blüht? Richtig, die Pflanze. Letztes Jahr hat sie das noch nicht getan. Manche Dinge brauchen eben einfach ihre Zeit und ein bisschen Pflege.

Kaffee, Freundschaft und der Fokus auf das Gute Bei der Abholung heute habe ich mich außerdem noch auf einen Kaffee mit Robert getroffen. Er ist ein ehemaliger Mitpatient, mit dem ich seit dem Aufenthalt eine richtig tolle Freundschaft führe – und das, obwohl wir altersmäßig fast 20 Jahre auseinanderliegen. Solche Begegnungen sind Gold wert.

Mein Fazit für heute: Es gibt durchweg positive Dinge im Leben. Man muss sich nur bewusst dafür entscheiden, öfter mal das Positive zu sehen und sich nicht von den negativen Dingen runterziehen zu lassen.

Wie zum Beispiel von der Tatsache, dass meine Unterlagen immer noch nicht bei der Reha angekommen sind… Aber hey, ich habe jetzt ein Brot, das Farbe braucht. Eins nach dem anderen!