Nachtschicht, 1 Glas Rotwein und der Roman

s ist halb 3 morgens. Eigentlich sollte ich schlafen, um halbwegs „normale“ Zeiten einzuhalten. Aber manchmal entscheiden der Kopf und die Muse anders. Nach einem wunderbaren Film und einem Glas Rotwein hat mich plötzlich die Schreibwut gepackt. Nicht für den Blog, sondern für mein zweites Buch, den Roman. Das Ergebnis: Zwei ganze Kapitel. Ich hätte ewig weiterschreiben können, aber die Vernunft hat mich gebremst. Es tat unglaublich gut, wieder so viele Bilder und Handlungsstränge im Kopf zu haben. Die Herausforderung ist nur, sie zu behalten. Gedanken zu fassen und zu konservieren, fällt mir immer noch schwer. Deshalb liegen hier jetzt Zettel mit Stichworten und kurzen Sätzen, in der Hoffnung, dass sie den Film in meinem Kopf morgen wieder abspielen.

Apropos Roman – habe ich euch eigentlich schon mal das Cover gezeigt? Ich glaube nicht:

Ist aber grundlegend bisher nur eine Idee fürs Cover, eigentlich ist mir der Protagonist schon zu alt und der Mann mit dem Mantel soll dahinter stehen.

Produktiv ins Koma und zurück

Heute ist so ein Tag, den ich gar nicht richtig definieren kann. Fangen wir positiv an: Ich bin früh raus, habe den Stier bei den Hörnern gepackt und viele nervige Kleinigkeiten, aber auch große Brocken erledigt. Darauf bin ich stolz. Dann schlug die Realität zu. Um 10 Uhr morgens war der Akku leer. Ergebnis: Tiefschlaf bis 16 Uhr. Die Müdigkeit ist und bleibt aktuell mein Endgegner – und das, obwohl ich gestern brav um 22 Uhr im Bett lag. Daran kann es also nicht gelegen haben.

Jetzt, nach dem „Mittagsschlaf“ (der eher ein halber Winterschlaf war), fühle ich mich „so lala“. Nicht himmelhoch jauchzend, nicht zu Tode betrübt, einfach existent. Ich habe ein bisschen gezockt und tatsächlich noch zwei weitere Dinge erledigt. Fazit: Ich verleihe mir selbst ein Fleißbienchen für den Willen. Und wir beenden den Tag mit dem Prädikat: „Ja, es war ok.“ Manchmal muss das reichen.

Freitag der 13. – Mein Glückstag!

Wer sagt eigentlich, dass Freitag der 13. Unglück bringt? Für mich war es heute der Tag der besten Nachricht seit langem: Das Telefon klingelte und ich habe einen Termin! Am 23. habe ich mein Vorstellungsgespräch für die Langzeit-Reha. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und könnte gerade Bäume ausreißen. 😊

Endlich wieder ein Licht am Horizont. Endlich ein konkreter Punkt in der Zukunft, auf den ich hinarbeiten und aufbauen kann. Es fühlt sich an, als würde sich der Nebel lichten. Genau so darf es jetzt bitte weitergehen.

55 Jahre Valentins-Verweigerung

Morgen ist wieder dieser Tag. Valentinstag. Ich mache es kurz: Ich bin froh, keine „Valentina“ zu haben (Drama brauche ich nicht mehr), und ich habe auch in 55 Jahren noch nie einen Cent für diesen Tag ausgegeben. Ob Halloween, Karneval oder Valentinstag – dieser ganze erzwungene Kommerz ist für mich einfach nur Tünnef. Wer Spaß dran hat: Bitte sehr. Ich höre lieber Samy Deluxe („Mach Schluss“) und mache mein Ding.

Apropos Ding machen: Trotz mieser Nacht bin ich seltsamerweise fit. Vielleicht ist es Adrenalin, vielleicht war ich sonst einfach „über-schlafen“. Ich nutze die Energie jetzt jedenfalls, um meine Liste abzuarbeiten. Macht euch ein schönes Wochenende, ob mit oder ohne Rosen!

Zwischen Horror, Hochgefühl und Halbschlaf

Es ist schon eigenartig. Nach zwei Tagen, die man getrost als „Horror“ bezeichnen kann, kam gestern plötzlich ein richtig guter Tag. Der Haken? Ich war so dermaßen müde, dass der „gute Tag“ gefühlt nur einen halben Tag dauerte, bevor ich wieder reif fürs Bett war. Heute pendelt es sich im „So lala“-Bereich ein. Nicht gut, nicht schlecht, einfach existent. Ich habe brav meine Verpflichtungen abgehakt – und bin jetzt selbst wieder abgehakt (sprich: erledigt). Diese ständige Müdigkeit ist der Endgegner. Es nervt so sehr, dass ich das Quetiapin eigenmächtig wieder auf 200mg runtergeschraubt habe, in der Hoffnung, dass der Kopf mal wieder klarer wird. Mal sehen. Wird irgendwie schon werden.


Ein König der Schande – Danke RTL, danke Deutschland.

RTL hat es wieder geschafft. Im tiefsten Sumpf des Unterschichten-Fernsehens krönt man einen Mann zum König, der eigentlich in der öffentlichen Versenkung hätte verschwinden müssen. Aber für die Quote verkauft man dort bekanntlich alles – auch den letzten Rest Anstand. Gil Ofarim geht als Sieger aus dem Dschungel. Ein Mann, der dafür gesorgt hat, dass ein Hotelmitarbeiter (Markus W.) den Horror seines Lebens durchmachen musste. Ofarim behauptete wider besseres Wissen, antisemitisch beleidigt worden zu sein – offensichtlich, um seine damals mäßig laufende Karriere zu pushen. Das Ergebnis? Ein Geständnis, weil die Beweise erdrückend waren, und lächerliche 10.000 Euro Schmerzensgeld. Und jetzt? Jetzt inszeniert er sich als Opfer. Ja, er ist ein Opfer – seiner eigenen massiven Dummheit. Es gibt keinen Maulkorb, er darf nur nicht weiter lügen. Aber das Schlimmste ist nicht RTL. Das Schlimmste sind die Zuschauer. Wer dort anruft und Geld bezahlt, um dieses Individuum zu krönen, beweist eindrucksvoll, wie kaputt der moralische Kompass in diesem Land ist. Wenn ich mir die Wahlergebnisse der AfD ansehe und dann dieses Voting, wird mir klar: Ein erschreckend großer Teil unseres Volkes ist einfach komplett verloren. Ofarim steht ganz oben auf meiner Liste der Menschen, denen ich meine absolute Verachtung direkt ins Gesicht spucken würde, wenn ich sie treffe. Konsequenzen egal. Die Liste ist lang, aber er hat sich den Spitzenplatz redlich verdient.

Und ich versichere, ich habe nicht eine Folge Dschungel gesehen, mir reicht die dauernde, ungewollte Beschallung in jeglichen Medien.

Ups & Downs im Zeitraffer

Ganz komischer Moment gerade. Die letzten zwei Tage waren die Hölle. Grauenvoll, düster, ich hatte teilweise Angst vor meinen eigenen Gedanken. Und heute? Heute ist alles anders. Wie ausgeknipst. Ich bin motiviert, gut gelaunt und gleich unterwegs. Ich habe Energie, von der ich gestern nicht mal wusste, dass ich sie noch besitze. Es ist mir ein Rätsel, woher dieser Umschwung kommt. Ich wundere mich über mich selbst und traue dem Braten noch nicht ganz. Denn im Hinterkopf lauert sofort die typische Angst: Wann kommt der Dämpfer? Darf es mir einfach so gut gehen, oder ist das nur die Fallhöhe für den nächsten Absturz? Egal. Ich nehme den Moment jetzt mit.