Heute durch Zufall bei Youtube gefunden, es ist so dermaßen erschreckend:
Unfassbar
Ich bin sprachlos und ich bin fassungslos, was ich über Christian Ulmen lesen musste. Es ist eine Schande, es ist irre was Frauen erleben müssen, wenn Sie mit Arschlöchern wie Christian Ulmen zusammen sind. Es wird Zeit, dass sich ein Täter wie Christian Ulmen nicht mehr sicher fühlt, egal wo, egal wann. Es wird Zeit, dass wir Männer dafür sorgen, dass solche menschlichen Entgleisungen wie Ulmen, sich nicht mehr in einer Sekunde ihres Lebens sicher fühlen.
Es wird Zeit, dass auch wir Männer sagen: Was bist Du für ein verdorbenes Stück Scheiße und dafür sorgen, dass diese Typen die gerechte Strafe erhalten. Und nein, dies ist kein Aufruf zu Selbstjustiz, dies ist ein Aufruf dazu, Täter bereits zu stoppen, wenn sie gerade erst beginnen. Und jedem seine Verachtung zu zeigen, der auch nur im geringsten Maßen mit solchen Taten beginnt.
Wieder mal eine kleine Leseprobe
Kapitel ist noch nicht ganz abgeschlossen:
Kapitel 9 – Der Kaffee ist fertig
Es klingelte nur zweimal kurz an der Tür, als Martin aus dem Schlaf schreckte. Er sprang hoch und lief noch etwas taumelnd zur Wohnungstür. Er öffnete, und Celine stand davor.
„Hey, Schlafmütze“, sagte sie fröhlich. „Wir haben Kuchen mitgebracht und dachten, du magst vielleicht einen Kaffee. Mama hat nämlich festgestellt, dass sie ja noch deinen Filter hat.“
Martin wischte sich fahrig durch die kurzen Haare, um ein wenig wacher zu werden. „Hey, gern. Ich komme gleich rüber, lass die Tür einfach offen.“
Celine tänzelte fröhlich zurück zur Nachbarwohnung. Martin ging schnell ins Bad und wusch sich mit eiskaltem Wasser das Gesicht. Bevor er die Wohnung verließ, legte er noch etwas Parfum auf. Ein besonderes und doch recht günstiges – aber eines, das in der Vergangenheit schon bei so mancher Frau eine ziemlich durchschlagende Wirkung erzielt hatte.
Er ging langsam hinüber in Lucias Wohnung. Der halbe Flur stand bereits voll mit den typischen Tüten eines bekannten skandinavischen Möbelhauses. Langsam näherte er sich der Küche, wo die beiden Frauen gerade den Tisch deckten und Lucia den Kaffee vorbereitete.
„Hallo zusammen“, sagte Martin lachend und deutete mit dem Daumen über die Schulter. „Kann es sein, dass das Möbelhaus jetzt ernsthaft nachbestellen muss?“
„Naja, wir haben so ein paar kleine Dinge gefunden“, lachte Lucia, als Martin sich zu ihr stellte. Sie hielt plötzlich inne, testete den Duft in der Luft und trat einen halben Schritt näher an ihn heran. „Wow, was ist das?“ Sie roch fast unmerklich an seinem Hals und sah ihn dann mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen an. „Ganz böses Parfum, ganz böse…“, murmelte sie und grinste ihn mit leicht geröteten, süßen Wangen an.
„Das könnt ihr morgen wieder machen“, mischte sich Celine trocken von der Seite ein. „Da bin ich dann ja wieder in der Schule.“
Ein leichtes Erröten huschte über die Gesichter der beiden Erwachsenen, als sie sich von Celine auf frischer Tat ertappt fühlten.
„Setz dich“, rettete Lucia die Situation mit einem sanften Lächeln und deutete auf den Stuhl. „Genieße einfach mal die Bedienung.“
Sie schenkte ihm dampfenden Kaffee ein und stellte ihm aufmerksam die Milch hin.
„Marzipan oder Erdbeer?“, fragte Celine, hielt das Kuchenmesser bereit und grinste Martin verschmitzt an.
„Marzipan, bitte“, entgegnete er dankend und ließ sich an den Tisch fallen.
Lucia entschied sich ebenfalls für den Marzipankuchen und Celine griff zielsicher zur Erdbeertorte. Sehr geschickt verteilte die Zwölfjährige die Tortenstücke auf die Teller.
„Wie war es mit dem E-Auto?“, fragte Martin, während er sich den ersten Bissen auf der Zunge zergehen ließ.
„Lustig und angenehm leise…“, schwärmte Lucia. „Ich würde ihn morgen früh allerdings noch einmal brauchen, um Celine zur Schule zu fahren. Danach kümmere ich mich direkt um mein Auto.“
„Kein Problem“, entgegnete Martin entspannt. „Du kannst den Schlüssel gleich behalten. Wie steht’s mit der Reichweite?“
„Noch über 130 Kilometer!“, warf Celine schnell ein. „Und das, obwohl wir zwei richtig laut Musik gehört haben!“, fügte sie lachend hinzu.
„Gut, dann muss er heute noch nicht ans Kabel“, sagte Martin und schaute Lucia an. „Danach aber einfach die Ladeklappe leicht reindrücken, dann springt sie auf und du kannst das Kabel aus dem Carport einstecken.“
„Und was ist, wenn ich möchte, dass Martin mich zur Schule fährt?“, fragte Celine frech in die Runde.
„Er muss nicht so früh aufstehen, das mache ich schon. Er hat schon viel zu viel für uns getan“, wiegelte Lucia sanft ab. Dann fiel ihr plötzlich etwas ein: „Ich habe vorhin übrigens die Frau von der Hausverwaltung vor der Tür getroffen. Sie hat mir einen Brief in die Hand gedrückt.“ Lucia legte den Kopf leicht schief und sah Martin prüfend an. „Hast du dich etwa schon über mich beschwert?“
„Ich hab gar nichts gemacht“, wehrte Martin mit gespielter Unschuld ab. „Schau doch rein, vielleicht ist es ja etwas Wichtiges.“
Lucia warf ihm einen fragenden Blick zu, riss den Umschlag auf und überflog die kurzen Zeilen. Plötzlich hielt sie inne. Sie sah Martin aus ihren dunklen Kulleraugen an und wischte sich hastig eine kleine Träne aus dem Augenwinkel. „Das ist nicht dein Ernst…“, flüsterte sie und begann über das ganze Gesicht zu strahlen.
„Was denn, Mama? Was ist los?“, hakte Celine neugierig nach.
„Martin hat einfach die letzten zwei Raten für unsere Kaution ausfallen lassen. Das macht uns gerade so vieles leichter“, erklärte Lucia sichtlich ergriffen.
„Sie dürfen den Vermieter jetzt küssen“, verkündete Celine trocken. „Ich schau dann auch weg.“
Lucia ließ sich das nicht zweimal sagen. Sie beugte sich weit über den Kuchenteller hinweg und gab Martin einen intensiven, langen und wunderschönen Kuss. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich dir bin“, hauchte sie leise, als sie sich wieder von ihm löste.
„Ich habe übrigens noch eine kleine Überraschung für euch“, sagte Martin, nachdem sich die Aufregung um den Kuss etwas gelegt hatte. „Ich würde heute Abend Pizza backen. Also, so richtig selbst gemacht. Ihr müsstet mir nur sagen, was ihr mögt und was nicht. Eventuell muss ich dafür dann noch mal schnell einkaufen.“
„Das kann ich langsam wirklich nicht mehr annehmen“, seufzte Lucia kopfschüttelnd, schob ihm aber trotzdem den Autoschlüssel über den Tisch. „Hier, falls du noch mal losmusst. Also, wir mögen beide gerne Schinken und Champignons, oder, Celine?“
Celine nickte eifrig.
Martin schob den Schlüssel lächelnd zu Lucia zurück. „Den kannst du ruhig behalten. Ich kann das Auto auch einfach über mein Handy öffnen und damit fahren. Dann stöpsel ich ihn heute Abend nach dem Einkaufen vielleicht doch mal an.“
„Abgefahren“, staunte Celine mit großen Augen. „Und ja zur Pizza: Schinken, Pilze und… Spiegelei!“
„Gern, wird gemacht“, schmunzelte Martin.
Sie aßen den Kuchen in gemütlicher Runde auf. Als die Teller leer waren, sah Lucia Martin mit ihrem besten, unwiderstehlichsten Blick an. „Sag mal… kannst du zufällig auch Lampen anschließen? Ich weiß, ich nutze dich gerade gnadenlos aus, aber… ich mache das auch ganz bestimmt wieder gut, wenn die Jugend hier nicht mehr im Raum ist.“ Sie lachte leise und blinzelte Celine dabei frech von der Seite an.
Celine rümpfte sofort angewidert die Nase und verpasste ihrer Mutter einen empörten Stupser in die Seite. „Pfui!“
Celine sprang auf und rannte in ihr neues Zimmer. „Ich pack schon mal aus, dann könnt ihr noch ein bisschen heimlich knutschen!“, rief sie lachend über die Schulter.
Martin und Lucia standen auf. Er ging um den Tisch herum zu ihr und nahm sie liebevoll in den Arm. Sie sah ihn aus ihren dunklen Kulleraugen an. „Ich bin dir so unendlich dankbar. Du bist ein absolutes Geschenk des Himmels und ich würde dich jetzt am liebsten auf der Stelle auffressen. Verdammt, riechst du gut.“ Beide schlossen die Augen und küssten sich leidenschaftlich – zwei, vielleicht drei endlose Minuten lang.
„Genug jetzt!“, rief es plötzlich streng aus dem Kinderzimmer. Beide konnten sich nur schwer voneinander trennen, ein letzter, kurzer Kuss musste noch sein. Dann gingen sie hinüber zu Celine. Martin packte die neuen Lampen aus, bohrte die Halterungen an und schloss die Kabel fachmännisch an. Ein kurzes Klicken am Schalter: an und aus. Perfekt. Celine grinste über beide Ohren. „Danke, Martin“, sagte sie und drückte ihn kurz und fest mit ihren schmalen Armen.
„Ich müsste dann jetzt auch mal einkaufen und den Pizzaofen anfeuern, damit wir nachher was Leckeres zu essen haben“, kündigte Martin an.
„Du hast einen echten Pizzaofen mit richtigem Feuer?“, fragte Celine mit großen Augen.
„Ja, in dem backe ich ab und zu auch Brot“, bestätigte Martin. „Ihr könnt einfach rüberkommen, so in einer Stunde steht meine Tür für euch offen. Bei dem schönen Wetter können wir nachher sicher auch im Garten essen.“
Beide sahen ihn staunend an. „Ja… bis nachher“, sagte Lucia immer noch leicht ungläubig. Während Martin aus der Wohnung ging, hörte er Celine drinnen noch flüstern: „Du hast wohl echt den Jackpot geknackt, Mama.“
Er musste unweigerlich grinsen, als er in sein Auto stieg und schnell zum nahen Supermarkt fuhr. Ein Blick auf das Display des Infotainment-Systems verriet ihm, was die beiden vorhin auf ihrer Fahrt gehört hatten. Sie hatten gar nichts verstellt – sie hatten tatsächlich Chris Botti gehört.
Im Supermarkt arbeitete er schnell seine innere Liste ab: Er kaufte wunderbaren italienischen Schinken, Mozzarella – sicherheitshalber einmal vom Büffel und einmal von der Kuh –, dazu Eier für Celine und makellose braune Champignons. Er packte noch frische sowie passierte Tomaten, frisches Basilikum und zwei gute Flaschen Rotwein in den Wagen. Da er nicht wusste, was Celine am liebsten trank, nahm er zur Sicherheit noch Cola, Fanta und Spezi mit.
Dann fuhr er auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause, denn der Pizzateig brauchte gut eine Stunde, um richtig zu gehen. Kaum angekommen, heizte er als Erstes draußen den Steinofen an. Er schichtete frisches, kleines Anzündholz auf und legte zwei ordentliche Balken nach.
Dann ging er rein in die Küche. Wenig später verrichtete die große Küchenmaschine schnurrend ihre Arbeit und knetete den Teig aus Mehl, Wasser, einem Schuss Öl, Salz, etwas Zucker und der Hefe. Er schaffte es auf Anhieb, das Verhältnis perfekt hinzubekommen. Zum Schluss gab er noch einen Hauch frischen Oregano direkt in den Teig, der nun wunderbar geschmeidig vor sich hin knetete.
Über sein Handy hatte Martin Musik auf die Küchenlautsprecher geworfen – passend zum italienischen Abend lief jetzt tatsächlich Eros Ramazzotti. Als der Teig fertig war, deckte er die Schüssel ab und stellte sie nach draußen in die Nähe des Ofens, damit die Hefe schon etwas von der wohligen Strahlungswärme abbekam. Das Holz brannte perfekt herunter und die großen Scheite hatten bereits ordentlich Glut angesetzt. Zufrieden grinsend ging er wieder rein.
In einer Schüssel rührte er die passierten Tomaten an, mischte ganz fein gehacktes Basilikum, einen Hauch Olivenöl, frisch gemahlenen Pfeffer und eine Prise Zucker unter. Ausgelassen sang er dabei mit Eros mit. Die frischen Tomaten und die Pilze schnitt er in feine Scheiben und benetzte sie leicht mit einem speziellen Olivenöl, das er zuvor schon mit frischem Knoblauch angesetzt hatte. Er deckte alles ab und stellte es kühl.
Er war richtig stolz auf sein kleines Mise en Place und tanzte mittlerweile regelrecht zur Musik durch die Küche. Voller Vorfreude zog er den Korken aus einer der Weinflaschen, schenkte sich ein Glas ein, nahm einen tiefen Schluck und drehte sich mit dem Rotwein in der Hand schwungvoll um die eigene Achse.
Ein kurzer Blick auf die Uhr: Okay, der Teig musste noch gut zwanzig Minuten ziehen. Er trat wieder nach draußen in den Garten, wo man die Musik aus der Küche noch leise durch die geöffnete Tür hören konnte, und steckte sich genüsslich eine Zigarette an. Er trank noch einen Schluck des vorzüglichen Rotweins. In seinem Kopf war nur noch Platz für diese beiden. Kein düsterer Gedanke, kein endloses Zerdenken schmälerte mehr den Genuss dieses Moments. Er war voll und ganz in seinem Element und in Gedanken fest bei den zwei tollsten Frauen, die völlig unerwartet in sein Leben getreten waren.
Als er aufgeraucht hatte, nahm er die Teigschüssel wieder mit hinein. Er ließ sie auf der Arbeitsplatte noch ein wenig ruhen, schenkte sich noch einmal großzügig Wein nach, tanzte wieder durch die Küche und sang lautstark mit:
Er sang in gar nicht mal so schlechtem Italienisch:
„Musica è guardare più lontano e perdersi in se stessi La luce che rinasce e coglierne i riflessi Su pianure azzurre si aprono Su, più su i miei pensieri spaziano Ed io mi accorgo che Che tutto intorno a me, a me…“
Dabei tanzte er mit dem Weinglas durch die Küche. Erst jetzt bekam er mit, dass Celine und Lucia im Türrahmen standen und ihm fasziniert zuschauten. Er brach seinen Gesangsvortrag sofort ab.
Während Celine neugierig an die Arbeitsplatte trat und sich die vorbereiteten Zutaten ansah, glitt Lucia dicht an Martin vorbei und flüsterte ihm sanft ins Ohr: „Wenn ich nicht schon verknallt wäre, wäre ich es spätestens jetzt.“
Celine schnupperte an den geschnittenen Pilzen und Tomaten. „Mit Knoblauch?“, fragte sie skeptisch.
Martin sah sie amüsiert an. „Hast du morgen etwa ein Date mit einem Jungen?“, neckte er sie.
„Pfui, nee! Jungs sind doch alle nur albern und doof“, entgegnete sie kopfschüttelnd. „Ich will später mal so jemanden wie dich.“
Martin hatte mittlerweile zärtlich seinen Arm um Lucias wunderschöne Taille gelegt. „Na, das ist ja wohl noch etwas hin“, schmunzelte er.
Dann wandte er sich wieder seinem Handwerk zu, holte den Teig aus der Schüssel und bemehlte die Arbeitsfläche sowie seine Hände. „Celine, magst du mal draußen am Ofen schauen? Rechts ist ein Thermometer. Was zeigt das an?“
Sie rannte sofort los und rief aus dem Garten: „210 Grad!“
„Das ist noch zu wenig, dann dauert es noch einen kleinen Moment.“ Er holte ein Wasserglas für Celine und ein zweites Weinglas für Lucia aus dem Schrank und schenkte ihr den tiefroten Wein ein, als Celine wieder in die Küche tänzelte.
„Such dir einfach aus dem Kühlschrank aus, was du trinken magst, Celine“, bot er an, reichte Lucia ihr Glas und erhob sein eigenes.
Celine schnappte sich die Spezi, goss sich ein Glas ein und gesellte sich wieder zu den beiden.
„Zum Wohl, ihr zwei tollen Frauen“, sagte Martin und blickte in die Runde. „Ich freue mich unendlich, dass ihr hier seid und ausgerechnet die Wohnung neben meiner gefunden habt.“ Er prostete den beiden zu, die Gläser klirrten leise, und sie tranken gemeinsam den ersten Schluck dieses perfekten Abends.
Celine schnitt schnell ihre Pizza an, schob sich ein etwas zu großes Stück in den Mund, kaute kurz und sagte dann mit vollen Backen: „Super lecker! Einfach super lecker.“ Das brachte ihr sofort einen leicht strafenden Blick von Lucia ein, die natürlich nicht wollte, dass ihre Tochter mit vollem Mund sprach.
Martin machte schnell die beiden anderen Pizzen fertig. Lucia bekam ihre natürlich zuerst. „Wunderbar“, schwärmte sie nach dem ersten Bissen. „Göttlich.“
Martin schenkte noch einmal bei allen nach und begann dann ebenfalls zu essen. „Ja, ist halt mit Liebe gemacht“, sagte er extra mit leicht vollem Mund, nur um von Lucia exakt denselben strafenden Blick zu kassieren wie zuvor Celine. Celine kicherte in ihre Hand und verpasste ihm unter dem Tisch einen liebevollen, kurzen Tritt gegen das Schienbein.
Als alle drei mit dem Essen fertig waren, schaute Celine in die Runde und verkündete: „So, ich lass die Erwachsenen mal alleine. Kannst auch hier schlafen, Mama, wenn du willst, aber denk an die Schule morgen!“
Lucia schaute sie lächelnd an. „Dann gute Nacht. Und schließ bitte drüben nach dir ab, du hast ja jetzt deinen eigenen Schlüssel. Und danke für die Erlaubnis, dass ich hier schlafen darf… aber wenn irgendwas ist, kommst du sofort rüber, okay?“
„Hast du eigentlich schon einen Schlüssel für hier?“, prustete es aus Celines frechem Mund. „Ja, wenn was ist, gebe ich Meldung. Und ja, ich schließe ab. Und nein, ich bleib nicht mehr so lange wach wie ihr…“
„Schlaf gut und träum was Gscheids“, rief ihr auch Martin hinterher.
Als die Tür ins Schloss fiel, wandte er sich Lucia zu. „Ist dir warm genug? Es ist ja doch noch recht frühlingshaft kühl abends.“ Sie schaute ihn an und ein Gedanke schoss ihr durch den Kopf: Verdammt, das ist alles, was ich Jahrzehnte vermisst habe. Aber wie lange würde er das machen? Hatte ihr Ex am Anfang nicht auch so aufmerksam gewirkt? Nein, dachte sie sofort. Es war anders. Viel herzlicher, verrückter und einfach nur echt.
„Geht noch“, sagte sie sanft. „Mich wärmt gerade noch etwas anderes. Es ist so verrückt schön mit dir. Warum hast du keine Freundin? Keine Frau?“
Martin schwieg für einen Moment. Er stand auf, holte eine eiserne Feuerschale und nahm mit einer Schaufel glühende Kohlen aus dem Pizzaofen, um damit das frische Holz in der Schale zu entzünden. Dann trug er die bequeme Bank aus der Ecke direkt an das knisternde Feuer. „So vielleicht besser?“ Sie setzte sich sofort um und genoss die weichen Kissen in der wohligen Nähe der Flammen.
Er blieb vor ihr stehen. Langsam hob er den Saum seines T-Shirts ein Stück an und offenbarte eine etwa drei Zentimeter breite, wulstige Narbe auf seiner Haut. „Das war keine OP. Das war meine Ex“, sagte er leise. Er füllte die Weingläser noch einmal nach, reichte ihr ihres und setzte sich dicht neben sie.
Lucia war zutiefst geschockt. „Warum? Warum tut man so etwas? Warum dir? Was ist passiert?“
Martin starrte in die Flammen, seine Stimme zitterte leicht und war kaum mehr als ein Flüstern: „Ich war zu nett, zu devot. Sie hat mich belogen, betrogen und geschlagen. Das hier war ein Küchenmesser. Das war der Grund, warum ich dann endlich den Absprung geschafft habe.“
„Wie lange ist das her? Wohnt sie hier irgendwo? Ist sie verurteilt worden?“ Lucia sah ihn mit großen Augen an und legte instinktiv ihre freie Hand auf seine. „Du musst natürlich nichts sagen…“
„Sorry“, sagte er und schaute zu ihr auf. „Sorry, dass ich den Abend jetzt so versaue. Das ist acht Jahre her, und ja, sie wurde verurteilt. Sie wohnt sechshundert Kilometer weit weg und weiß nicht, wo ich lebe.“
„Du versaust gar nichts. Ich war so doof, überhaupt zu fragen, warum…“ Sie gab ihm einen weichen, tröstenden Kuss auf die Wange. „Wenn du irgendwann darüber sprechen möchtest – oder jetzt –, dann sag es einfach.“
„Der Abend ist zu schön, um noch einen einzigen Gedanken an sie zu verschwenden“, antwortete Martin, und seine Stimme klang nun wieder etwas bestimmter. „Lass ihn uns für uns genießen. Weißt du, der Mensch hat die Augen vorne im Gesicht, damit er nicht zurücksieht.“ Er hob sein Glas und prostete ihr zu.
Sie erwiderte den Toast mit einem warmen Lächeln. „Danke für deine Ehrlichkeit. Wir haben so wunderbar gegessen und hatten einen so tollen Tag.“ Sie nahm einen tiefen Schluck und seufzte leise. „Wir müssen nur langsam aufpassen mit dem Alkohol… wegen morgen, Auto fahren und so.“
Er schaute ihr tief in die Augen, ein freches, aber unendlich liebevolles Lächeln auf den Lippen. „Dafür hat Gott Uber erfunden.“
Dann beugte er sich vor und gab Lucia einen langen, superleidenschaftlichen Kuss, der ihr fast die Besinnung raubte und sie augenblicklich alles andere auf der Welt vergessen ließ.
So gnadenlos schön…
Vom Verlieren im Kopf und Finden im Hier und Jetzt
Habt ihr euch mal gefragt, warum wir Menschen so oft unglücklich sind? Ich glaube, ich habe heute eine Antwort darauf gefunden: Weil wir uns in den eigentlich wichtigsten Momenten die falschen Gedanken machen.
Wie ich darauf komme? Ich war heute wieder mit dem Hund aus meiner Nachbarschaft spazieren. Während wir da so liefen, kreisten in meinem Kopf unendlich viele Gedanken: über die Zukunft, über mein Leben und darüber, was ich alles ändern kann und muss. Ich war gedanklich so weit weg, dass ich kaum dazu kam, die gemeinsame Zeit draußen einfach zu genießen.
Der Hund hingegen war völlig im Hier und Jetzt. Er hat unseren Spaziergang in vollen Zügen genossen und ist mich zwischendurch immer wieder fröhlich angesprungen. Rückblickend glaube ich fast, er wollte mich damit bewusst aus meinem Gedankenkarussell holen und mir zeigen: „Hey, ich bin hier! Genau jetzt bin ich dein Mittelpunkt. Lass den Rest mal los.“
Und ja, natürlich gibt es im Leben unzählige Momente, in denen wir uns ernsthaft Gedanken über unsere Zukunft machen müssen. Das gehört dazu. Aber es gibt eben auch diese anderen, so wertvollen Momente, die wir einfach an uns vorbeiziehen lassen, weil wir es nicht schaffen, den Kopf abzustellen und einfach nur zu genießen.
Das ist mir heute auf diesem Spaziergang – und in der langen Zeit, die hinter mir liegt – noch einmal ganz intensiv bewusst geworden.

Abendstimmung in Bayern: Zwischen Papiertonne, Putzeimer und Gefühlschaos
Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, die Sonne senkt sich über Bayern und meine wunderschöne Stehlampe taucht das Zimmer in ein warmes, beruhigendes Licht. Eigentlich eine völlig friedliche Stimmung – wenn da nicht mein inneres Chaos wäre.
Ich bin heute emotional völlig hin- und hergerissen. Mein Tag war eine ständige Achterbahnfahrt: von schlechter Laune zu guter Laune und dann im freien Fall direkt wieder zurück zur schlechten.
Immerhin habe ich heute einen kleinen Sieg über mich selbst errungen und mich tatsächlich aufgerafft. Ich war einkaufen, habe das Altpapier weggebracht, hier drinnen aufgeräumt und sogar einmal durchgewischt. Für einen Tag, an dem die Batterie eigentlich auf Reserve läuft, ist das gar nicht mal so wenig.
Trotzdem sitze ich jetzt hier im Licht der Stehlampe und weiß nicht wirklich, wie es mir eigentlich geht. Oder wie es mir gerade gehen sollte. Es ist einfach ein seltsamer Schwebezustand am Ende eines anstrengenden Tages.
4,5 % weniger für Therapeuten – Ein Schlag ins Gesicht für alle Suchenden
st das nicht eine wunderbare Nachricht für uns alle, die händeringend eine Psychotherapie benötigen? Wir dürfen uns jetzt darüber freuen, dass Therapeuten und Ärzte – die ohnehin schon komplett überlastet sind und Wartelisten bis ins nächste Jahr haben – künftig 4,5 % weniger Geld für Kassenpatienten bekommen.
Das wird die angespannte Lage für Menschen wie mich, die verzweifelt einen Therapieplatz suchen und einfach keinen finden, ganz bestimmt massiv erleichtern. Sarkasmus Ende.
Ein herzliches „Danke für nichts“ geht an dieser Stelle raus an den GKV-Spitzenverband. Vielleicht hätte man sich dort erst einmal an die eigene Nase fassen und im eigenen Apparat schauen sollen, wo sich Gelder einsparen lassen, bevor man den Rotstift ausgerechnet bei der Versorgung der wirklich bedürftigen Menschen ansetzt.
Ganz ehrlich? Ich würde dort wahnsinnig gern mal als Einkäufer durch die Flure spazieren und mir genau ansehen, was in den letzten Monaten so alles an absolut unnötigem Zeug beschafft wurde. Oder noch besser: Ich würde mir ein paar knallharte Personaler aus der freien Wirtschaft schnappen und mit ihnen gemeinsam die internen Gehälter und Strukturen prüfen. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher: Man würde bei denen in jeder einzelnen Abteilung dieses „Unternehmens“ super einfach 4,5 % Einsparpotenzial finden.
Aber klar, unten bei den Patienten und den völlig überarbeiteten Therapeuten zu kürzen, ist natürlich der viel bequemere Weg.
Kurzes Update: Wenn gerade einfach nichts mehr geht
Ich stecke gerade offensichtlich in einer ziemlich schweren depressiven Phase. Gestern ging bei mir zum Beispiel schon ab 15 Uhr absolut gar nichts mehr. Ich bin wieder ins Bett gegangen, habe bis fast 20 Uhr durchgeschlafen, war dann kurz für drei Stunden wach und habe mich danach direkt wieder schlafen gelegt.
Mir geht es wirklich schlecht und das Frustrierende ist: Ich weiß nicht einmal genau, warum. Vielleicht liegt es daran, dass momentan gefühlt einfach nichts so klappt, wie es eigentlich sollte. Vielleicht ist es diese zermürbende Warterei, weil ich immer noch keinen positiven Bescheid für meine Reha habe. Oder es ist einfach dieser fiese Gedanke, der mich gerade wieder voll im Griff hat: Ich zweifele extrem daran, dass sich mein Leben jemals wieder richtig normalisieren wird.
Deshalb an dieser Stelle nur eine kleine Vorwarnung: Bitte nicht wundern, wenn hier in den nächsten Tagen erst einmal weniger von mir kommt. Ich muss jetzt schauen, dass ich da irgendwie durchkomme.
Zurück aus dem Tief, Gen-Z-Wahnsinn und mein morgendlicher Blutdruck
Sorry Leute, dass es hier in letzter Zeit so still um mich war. Der Tod meines Nachbarn und noch so ein paar andere private Baustellen haben mich doch mehr belastet, als ich dachte. Gestern hatte ich noch ein absolutes, totales Tief, aber heute Morgen merke ich endlich: Ich habe mich wieder einigermaßen erholt. Das ist auch gut so, denn ich habe diese Woche einiges vor und muss ein paar Dinge regeln. Ich bin einfach nur wahnsinnig froh, dass es heute wieder aufwärts geht.
Was mir beim Abschalten gerade enorm hilft? Ich habe wieder ein paar Videos von WeirD.Flex030 geschaut. Das allein bringt mich definitiv vorwärts – und ganz ehrlich: Was bin ich froh, dass ich nicht mehr auf der Suche nach einer jungen Frau bin! Was mir an der Gen Z ja ohnehin schon massiv auf die Nüsse geht, ist dieses ständige Denglish. Aber noch schlimmer ist diese Doppelmoral: Einerseits auf furchtbar stark und selbstständig machen, aber dann ganz selbstverständlich erwarten, dass der Mann das erste Kennenlern-Essen bezahlt. Und dann diese ganzen Leute, die OnlyFans als absolut normal ansehen und diese OF-Creatorinnen als Paradebeispiel für „selbstständige Frauen“ feiern. Wer sich im Netz für den Gegenwert eines halben Döners verkauft, ist in meinen Augen vor allem eins: nicht mehr ganz voll da.
Wenn ich mir diesen ganzen Wahnsinn anschaue, denke ich mir immer: So schlecht ist mein Leben ja eigentlich doch gar nicht, oder? 😊
Aber gut, nicht mehr drüber nachdenken. Das Wetter da draußen ist leider ohnehin wieder unterirdisch. Pfui, kalt und dunkel. Aber zum Glück habe ich meine Lampe mit Farbverstellung, da kann ich mir drinnen wenigstens ein schönes Wohlfühl-Licht zaubern.
Ein Blick auf die Uhr: Es ist kurz nach 7 Uhr morgens. Okay, stimmt, der Blutdruck… der liegt gerade bei 143 zu 93. Da geht definitiv noch was in die richtige Richtung, aber ich habe meine Tablette ja auch noch nicht genommen. Gestern Abend lag ich bei einem Spitzenwert von ca. 180 zu 104, konnte das aber dank meiner Medis zum Glück schnell wieder runterdrehen. Kreislauftablettchen und Venlafaxin sind jetzt eingeworfen, es sollte also gleich besser werden.
In diesem Sinne: Starten wir in den Tag. Und bei euch so?
Mail an meine Mutter von letzter Woche
Überschrift: Du sollst nur wissen, was für ein Wrack Du hinterlässt:
Ich war im Sommer das zweite Mal für 8 Wochen in eine psychatrischen Klinik und im Dezemeber bis Januar noch mal 4 Wochen. Jetzt ist eine 1 Jährige Reha geplant, inklusive einer danach folgenden Maßnahme gegen meine Belastungsstörung, weil ich niemanden mehr lieben kann, nichts fühle wenn mich jemand berührt usw.
Das habt ihr geschaffen, ein seelisches Wrack, weil Du es weder in der Zeit geschafft hast, als der Alte mich ständig verprügelt hat, noch in der Zeit als er versucht hat Anke zu missbrauchen. Du hast einfach so weiter gemacht, mit Lügen über Lügen und nachher hieß es , Anke hätte gelogen, wir beide haben es gesehen und gehört, wie willst Du Dir das schön reden?
Heute haben Sie meinen Nachbarn abgeholt, der mit Mitte 30 eines natürlichen Todes gestorben ist. Und einen kurzen Moment habe ich gedacht, warum nicht mich? Aber dann dachte ich daran, was ich Dine versprochen habe, nur auf natürlichem Weg die Welt zu verlassen.Ich habe ihr das Versprechen beim Pneumothorax gegeben, bei dem Sie im Krankenhaus war, Du aber am Telefon sagtest: „Ich muss jetzt nicht vorbeikommen oder?“. Einen Satz den ich genauso wenig vergessen werde, wie den Satz an Nils und mich, den Du nüchtern sogar noch wiederholt hast: „Ich bin froh, das beide Steinkamps nie lebenden Nachwuchs hatten.“. Unfassbar, wie kann man als Mutter so etwas sagen zu seinen Söhnen? Nils hat es Dir ja laut Abschiedsbrief verziehen, oder hatte einfach keinen Bock mehr darüber zu diskutieren, weil er wie er es ja mal unserem Erzeuger sagte: „Eh der intelligentere von den Beiden ist.“, damals fand ich es schrecklich, heute verstehe ich in besser.
Als ich mit den Depressionen in Berlin ins Krankenhaus kam, hattest Du es fast geschafft, dass ich auf die Geschlossene komme (heute Gesicherte) und nur dank einer jungen und sehr guten Psychologin passiert genau das nicht. Sie war es, die Dir auch sagte: „Bitte kommen Sie nicht zu Besuch!“. Unfassbar, ja DU hast finanziell alles ausgeglichen, was Du aus Liebe nicht geben kontest, aber Du hast mich kaputt gemacht. Ich konnte nie wirklich lieben, denn ich war es ja nicht gewohnt. Ich konnte keine irgendwie normale Beziehung führen, ich war nicht mal allermiert als Anke mich öfter mal verprügelt hat. Ich wars ja so gewohnt, ich kannte es nicht anders. Dich hat es einen Dreck interessiert, wie ich in Augsburg lebe, ich sollte nach Nürnberg kommen. Unfassbar und Dine hat mir den wichtigen Wink gegeben, auch zu Dir den Kontakt abzubrechen.
Ich weiß, ihr hattet beide auch keine einfache Kindheit, aber entweder macht man es besser, oder man lässt es. Der Alte hat Dich, jedenfalls nach seinen Aussagen nach Strich und Faden betrogen und wofür? Wofür habt ihr dieses Konstrukt offen gehalten? Ich pack es nicht mehr. Und ich bin mir dessen nur wieder bewusst geworden, weil der Polizist heute sagte: „Daran sieht man wie vergänglich ein Leben ist, ich weiß es, ich bin trotz Waffe keinen Tag wirklich sicher, genießen Sie ihr Leben, in vollen Zügen.“ Und ich antwortete: „Ja den Spruch gibt es schon länger, aber dann würden sie öfter vor meiner Tür stehen.“ und er erwiderte „Ja wahrscheinlich, aber im Rahmen machen und das können Sie.“. Die beiden Polizisten (Frau und Mann) haben mehr Empathie in den vielleicht 30 Minuten die wir zusammen hatten, gezeigt, als Du im ganzen Leben. Und ja ich bin auch nicht besser, ich hätte ja mir auf die Zunge beissen können, will ich aber nicht, ich schrei raus was mir nicht passt. Gerade kam per Amazon Music: „All for One“ und ich musste dran denken, wie ich die erste große Liebe verloren hatte, deine einzige Antwort: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter…“…
Ich wünsche mir, dass Du das hier auch dem Alten vorließt, falls beide noch leben, weiß ich ja nicht. Ich vergesse nie wie er mich in Nürnberg unbedingt entjungfern wollte und im Puff ne Nutte für mich kaufen wollte. Oh Gott, ich war bis heute nicht bei einer, habe nie dafür bezahlt. Und das Beinndruckende, Herr Voss sagte gleich: Lass ihn doch wenn er nicht möchte.
Danke für nichts in meinem Leben und ich wäre heute nicht da, wo ich bin, wenn ihr nicht so viele Fehler gemacht hättet. Dörte war doch eine Totgeburt, warum musstet ihr noch unbedingt mich erschaffen? Ich habe Euch nicht drum gebeten, also versteht auch, dass ich mehr als Kritik übe.
Der erzeugte Fehler Ole