Was von einem Leben bleibt

Alles, was von einem Leben bleibt, ist ein Fußabtreter. Die Ironie dahinter könnte kaum bitterer sein.

Ich kannte ihn nicht wirklich, den Mann, der da direkt neben mir wohnte. Ich wusste nur, dass er Busfahrer war – nicht mehr und nicht weniger. Und ich wusste, dass er unendlich gerne Filme über sein Surround-System schaute, oft sehr zu meinem Leidwesen. Aber jetzt ist er weg, und heute wurde alles aus seiner Wohnung geräumt und entsorgt. Nichts ist geblieben, außer diesem Fußabtreter und seinen Namensschildern an der Tür.

Es ist ein zutiefst trauriger Moment, wenn jemand mit nicht einmal 40 Jahren einfach aus dem Leben gerissen wird. Und sofort mache ich mir schon wieder Gedanken, die ich mir vielleicht gar nicht machen sollte. Ich habe von all dem nichts mitbekommen. Er hat mich nie an seinem Leben teilhaben lassen, ganz im Gegensatz zu den beiden Vormietern. Wir waren uns fremd.

Trotzdem berührt es mich. Komm gut dort an, wo du jetzt bist. Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen, dass es dir dort besser geht.

Tausend Dinge an einem Tag – und endlich der große Durchbruch!

Heute war einer dieser Tage, an denen gefühlt alles auf einmal passiert. Ich muss hier einfach mal die tausend Dinge zusammenfassen, die ich heute erlebt habe. Schnallt euch an!

📦 Räumungs-Rekord am Morgen

Pünktlich um 9 Uhr ging es los: Voller Alarm, die Nachbarwohnung wurde geräumt. Und ich muss ehrlich sagen: Absoluter Respekt! Nach gerade mal zweieinhalb Stunden war die komplette Bude besenrein. So schnell und effizient muss man das erst mal hinbekommen.

🛠️ Projekt „Bernd“ geht voran

Danach kam natürlich noch „Bernd“ an die Reihe. Zuerst habe ich mich um die Rückseite gekümmert, später war dann die Vorderseite dran. Bei der Front muss ich allerdings morgen auf jeden Fall noch mal ran. Ich schätze, das wird mich noch gut ein bis zwei Tage beschäftigen, aber es wird!

🏥 Der Reha-Meilenstein (Endlich!)

Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich auf meine Reha warte. Und haltet euch fest: Diesen Freitag sollen nun endlich alle Unterlagen bei der Reha-Einrichtung vorliegen!

  • Ich faul ab – einen ganzen verdammten Monat habe ich jetzt darum gekämpft!
  • Ich bin einfach nur happy und wahnsinnig erleichtert.
  • Jetzt muss das Ganze „nur“ noch genehmigt und der Kostenträger gefunden werden.

Das absolut Beste daran: Darum kümmert sich ab jetzt die Rehaklinik selbst. Dafür geht an dieser Stelle schon mal ein riesiges, riesiges Dankeschön raus!

🌙 Durchatmen

Das Fazit des Tages? Ich kann heute Nacht endlich wieder besser schlafen und blicke deutlich positiver in die Zukunft. Die Dinge, die jetzt noch zu klären sind, fühlen sich im Vergleich zu diesem Reha-Kampf wirklich nur noch wie Kleinigkeiten an.

Willkommen zuhause, Bernd! Von blassen Broten, blühenden Pflanzen und dem Blick auf das Positive

Heute war ein besonderer Tag: Ich habe Bernd abgeholt. Bernd stammt aus meiner kreativen Schaffensphase während meines Aufenthalts im BKH Augsburg.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag in der Ergotherapie. Ich saß da und meinte nur demotiviert: „Ich habe einfach keine Lust…“ Die Therapeutin schaute mich an und fand genau die richtigen Worte. Sie fragte nur trocken: „Herr Steinkamp? Was würden Sie denn sonst jetzt machen?“ Tja. Und schwupps, war ich drin im Thema.

Wie Bernd entstand Irgendwie erinnerte ich mich daran, dass wir auf der Silvesterfeier im Krankenhaus (natürlich völlig alkoholfrei) die Neujahrsansprache von Bernd das Brot geschaut hatten. Das war die zündende Idee! Also beschloss ich, Bernd zu bauen, auch wenn ich nur noch zwei Wochen Zeit in der Klinik hatte.

Eigentlich wollte die Therapeutin Bernd nach meiner Entlassung noch bemalen, ist aber im Klinikalltag einfach nicht dazu gekommen. Als ich ihn heute abholte, war er dementsprechend noch recht blass um die Nase. Aber sie meinte, mit Acrylfarben geht das wunderbar. Also werde ich Bernd jetzt selbst bemalen… schon ein bisschen verrückt, oder? Ein blasses, deprimiertes Kastenbrot anmalen.

Die kleinen Aufgaben des Lebens Aber ganz ehrlich: Ich bin unfassbar dankbar für Bernd. Das klingt vielleicht komisch, aber es ist so. Er gibt mir eine kleine Aufgabe. Genau wie die Pflanze, die mir mein Nachbar vor gut einem Jahr vermacht hat. Und ratet mal, wer aktuell in voller Pracht blüht? Richtig, die Pflanze. Letztes Jahr hat sie das noch nicht getan. Manche Dinge brauchen eben einfach ihre Zeit und ein bisschen Pflege.

Kaffee, Freundschaft und der Fokus auf das Gute Bei der Abholung heute habe ich mich außerdem noch auf einen Kaffee mit Robert getroffen. Er ist ein ehemaliger Mitpatient, mit dem ich seit dem Aufenthalt eine richtig tolle Freundschaft führe – und das, obwohl wir altersmäßig fast 20 Jahre auseinanderliegen. Solche Begegnungen sind Gold wert.

Mein Fazit für heute: Es gibt durchweg positive Dinge im Leben. Man muss sich nur bewusst dafür entscheiden, öfter mal das Positive zu sehen und sich nicht von den negativen Dingen runterziehen zu lassen.

Wie zum Beispiel von der Tatsache, dass meine Unterlagen immer noch nicht bei der Reha angekommen sind… Aber hey, ich habe jetzt ein Brot, das Farbe braucht. Eins nach dem anderen!

Samstags-Wirrwarr: Marvel, Pilcher-Romantik und ein Fall für die Couch

Hmm, es ist ein irgendwie komischer Samstag. Gestern war ich noch extrem im Flow: Ich habe massiv viel an meinem Buch geschrieben und mir danach zum Abschalten einen Marvel-Film reingezogen – den ich erstaunlicherweise verdammt cool fand.

Heute herrscht dafür das absolute Durcheinander in meinem Kopf. Gut, ich schaue auch gerade „Bernd das Brot“ – da ist es natürlich kein Wunder, dass einiges wirr wird. Aber Spaß beiseite, es sind eher meine eigenen Gedanken, die gerade wilde Schleifen ziehen.

Rosamunde Pilcher lässt grüßen Bei meinem Buch bin ich mittlerweile gefühlt auf echtem Rosamunde-Pilcher-Niveau angekommen. Irgendwie hat sich die eigentliche Grundstory heimlich, still und leise in den Hintergrund geschoben und Platz für eine wunderschöne Liebelei gemacht.

Das Verrückte beim Schreiben: Ich weiß ganz genau, wen ich mir dabei vorstelle. Es ist ein Mensch, den ich atemberaubend hübsch finde. Ich mag wirklich alles an ihr: jede Mimik, jede Bewegung, jeden Augenblick und ja – auch ihre Hände (ich hab das Thema ja schon mal erwähnt, gelle?). Aber keine Sorge, ich mache mir da keine Illusionen. Das mit ihr dürfte im echten Leben gar nicht sein. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich diese Person liebe, es ist einfach eine unglaubliche, tiefe Faszination, die mich beim Schreiben inspiriert.

Und nein, bevor jemand fragt: Es ist weder Frau Berger noch Lina. Warum mir Lina in dem Kontext kurz durch den Kopf geschossen ist? Vielleicht, weil das damals einen Hauch realer war als bei der anderen Person. Aber was daraus geworden ist, wissen wir ja alle.

Mein Traum spottet jeder Beschreibung Als ob das Gedankenchaos nicht schon reichen würde, hat mein Unterbewusstsein heute Nacht auch noch komplett freigedreht. Ich habe von Anke geträumt. Sie hat mir im Traum eiskalt vorher angekündigt, dass sie fremdgehen wird. Dann kam sie irgendwann zurück, meinte trocken, es war gar nicht so toll, und sie wolle jetzt wieder zurück zu mir. Ich sagte: Nein, will ich nicht. Ende, Aus.

Und jetzt kommt der Twist: Daraufhin bekam ich von meinen Eltern (!) und ihr massive Vorwürfe, warum ich das denn nicht einfach akzeptieren könnte. Ernsthaft, jetzt einen Psychologen zur Hand haben… total krank! 😂

Ich werde jetzt wohl erst mal ausgiebig duschen gehen. Mal sehen, ob das warme Wasser wieder irgendwie Ordnung in meine Gehirnwindungen bringt. Schauen wir mal.

Unfassbar

Ich bin sprachlos und ich bin fassungslos, was ich über Christian Ulmen lesen musste. Es ist eine Schande, es ist irre was Frauen erleben müssen, wenn Sie mit Arschlöchern wie Christian Ulmen zusammen sind. Es wird Zeit, dass sich ein Täter wie Christian Ulmen nicht mehr sicher fühlt, egal wo, egal wann. Es wird Zeit, dass wir Männer dafür sorgen, dass solche menschlichen Entgleisungen wie Ulmen, sich nicht mehr in einer Sekunde ihres Lebens sicher fühlen.

Es wird Zeit, dass auch wir Männer sagen: Was bist Du für ein verdorbenes Stück Scheiße und dafür sorgen, dass diese Typen die gerechte Strafe erhalten. Und nein, dies ist kein Aufruf zu Selbstjustiz, dies ist ein Aufruf dazu, Täter bereits zu stoppen, wenn sie gerade erst beginnen. Und jedem seine Verachtung zu zeigen, der auch nur im geringsten Maßen mit solchen Taten beginnt.