Es ist schon paradox: Ich genieße die Stille im Zimmer, renne aber trotzdem raus in die Kälte. Warum? Weil es dort echte Gespräche gibt und nicht nur das inhaltsleere Gesabbel, das man sonst oft hört. Und weil man dort angelächelt wird. Ein Lächeln, so lieb, dass es mein geschundenes Herz kurz repariert hat. Das war bitter nötig, denn das Klinikessen versucht ja eher, den Lebenswillen zu brechen (Kassenpatienten-Schicksal).
Meine Finger sehen mittlerweile aus wie Nadelkissen, die Zuckerwerte sind aber wohl okay. Was genau die Unterzuckerung war, klären die Ärzte morgen. Ich hoffe, es bleibt ruhig. Ich hole mir jetzt meine Nachtration Tabletten. Auch wenn ich das Zimmer wieder teilen muss: Ich denke an das Augenzwinkern von vorhin und ignoriere den Rest.