Machtlos im Traum, isoliert im Wachsein

Aufgewacht aus Albträumen. Sie sind wieder da. Genau seit letzter Nacht haben sie mich wieder im Griff. Dabei waren sie für etwas mehr als eine Woche komplett verschwunden. Doch jetzt stellt sich die Welt – zumindest in meinem Kopf – wieder gegen mich. Im Schlaf war meine Familie da. Alle lachten über mich, zwangen mich zu Dingen, die ich nicht wollte, redeten auf mich ein, obwohl ich nur Schweigen wollte. Am schlimmsten: Mein Vater. Er demonstrierte seine Macht, indem er mich einfach nur festhielt. Er nahm mir jede Möglichkeit der Bewegung.

Zweimal bin ich heute Vormittag daraus hochgeschreckt. Es ist unfassbar, wie schnell alles zurückkommen kann. Ich habe den Versuch, mich zu erholen, jetzt abgebrochen. Nichts ist Zufall, alles scheint vorherbestimmt – selbst das Lied, das gestern lief. Ich kann gerade nicht mehr. Alles und jeder geht mir auf die Nerven. Ich bin sogar aus der Raucherecke geflüchtet, weil ich keine Menschen ertrage. Es geht mir schlechter als im Sommer. Aber der Schmerz hat eine Botschaft: Er zeigt, dass ich noch lebe, ich hätte es gern anders erfahren.

Ein Gedanke zu „Machtlos im Traum, isoliert im Wachsein“

  1. Moin Ole,

    in deiner Lage wäre ein guter Torf-Whiskey das Mittel der Wahl – das Wasser des Vergessens, flankiert von einem sinnbefreiten Gespräch unter Männern. Da dir der Genuss des Hochprozentigen jedoch untersagt ist, werde ich die Flasche, die ich dir sonst postalisch hätte zukommen lassen, wohl oder übel im Schrank lassen müssen. Schade drum.

    Stattdessen biete ich digitale Ablenkung auf hoher See. Ich werde gegen 14 Uhr in World of Warships auslaufen. Wir können ein paar Runden drehen und dabei gepflegt Unsinn reden. Dass dein Stream ruht, ist bedauerlich, aber wenn die Hardware streikt – sei es die aus Silizium oder die eigene „Psychoware“ –, dann ist Funkstille wohl die logische Konsequenz.

    Also: 14 Uhr Treffen im Hafen?

    Maximus

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