Der Tag nach der „Vergangenheit“

Heute ist der Tag danach. Gestern habe ich versucht, meiner Therapeutin meine Vergangenheit in Worte zu fassen. Und selbst nach einer Stunde habe ich das Gefühl, ich habe nur einen groben Umriss gezeichnet, längst nicht alles erzählt. Trotz der Akupunktur heute, hämmern drei Dinge unaufhörlich in meinem Kopf:

  1. Die Tränen, die ich nicht mehr weinen kann. Sie wurden mir früher buchstäblich aus dem Leib geprügelt.
  2. Dieser eine, grausame Satz von damals: „Ich bin froh, dass ihr beiden keinen lebenden Nachwuchs habt.“ Ein Satz, der mich verfolgt, besonders wenn ich meine Tochter treffe.
  3. Und brandaktuell: Mein gebrochenes Herz. Ausgerechnet jetzt, wo ich merkte, dass ich doch noch zu tiefer Liebe fähig bin.

Es ist absurd. Diese Punkte gehören zusammen. Wie gerne hätte ich mit meinem gebrochenen Herz geweint – es ging nicht. Wie gerne hätte ich diese Liebe gar nicht erst verloren. Ich weiß ehrlich nicht, wie es weitergehen soll. Ich werde diesen unendlich tiefen Blick nie vergessen. Aber die Blockade bleibt: Ich kann nur bei körperlichen Schmerzen weinen. Die Seele muss stumm bluten.

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