In meinem Kopf ist gerade Kirmes. Die Gedanken fahren Karussell, und zwischendrin führt ein Kasperle-Theater ein Stück auf, das ich absolut nicht sehen will. Es ist eine wirre Mischung aus den (guten) Worten meiner Mitpatientin und dem (schlechten) Film, den ich heute Morgen bei meiner Flucht geschoben habe. Ich habe in meiner Panik alles liegen lassen: Tasche weg, Trinkflasche weg, Medikamente weg. Einfach nur raus. Rückblickend unbegreiflich, verrückt, einfach irre.
Es fühlt sich an wie ein Reset. Als wäre ich stehengeblieben oder direkt zurück in den Sommer katapultiert worden, an den Tag meiner Einlieferung. Dazu die bizarre Begegnung mit dem Nachbarn – ich weiß bis jetzt nicht, wer von uns beiden mehr Angst vor dem anderen hatte. Es ist kurz nach 22 Uhr. Ich muss diesen Lärm im Kopf leiser drehen. Also werde ich noch ein paar Runden zocken, irgendwas tun, Hauptsache Ablenkung. Die Pflicht (Blog-Beiträge sortieren, Schlagwörter vergeben) verschiebe ich auf morgen oder übermorgen. Heute geht nur noch Überleben.