Ich war so naiv zu glauben, ich könnte mich heute früh noch einmal hinlegen, um Kraft zu tanken. Ein Anfängerfehler. Mein Unterbewusstsein hat die Gelegenheit sofort genutzt, um das „Best of“-Programm abzuspielen: Vier Versuche, vier Niederlagen. Das Line-up war exquisit: Versagen, Zwang und als Headliner natürlich mein „Erzeuger“. Es ist rührend, wie sehr sich mein Gehirn bemüht, mir die schlechtesten Momente meines Lebens in 4K-Auflösung zu präsentieren.
Mir kommt es hoch – und das nicht nur metaphorisch. Seelischer Brechreiz ist was Feines. Die Ironie des Schicksals: Die Nacht war gut. Warum? Weil ich alleine war. Keine Schnarchkonzerte, keine fremde Aura. Heute Nacht kehrt der Zimmernachbar zurück, also tschüss Schlaf. Die Statistik lügt nicht: Ist jemand da (Zimmernachbar oder früher zu Hause), bin ich wach. Bin ich allein, schlafe ich. Menschen scheinen mein natürlicher Feind zu sein.
Inmitten dieses Elends keimt der völlig absurde, fast schon kitschige Gedanke auf: Wie wäre es wohl, wenn mich mal jemand einfach nur in den Arm nimmt? Aber genug geträumt. Ich bin bedient.