Kennt ihr diese Tage, an denen man die Augen aufschlägt und sofort weiß: Das war ein Fehler? Heute war so ein Tag. Ich bin nicht aufgewacht, ich bin aus dem Koma in einen Zustand moderater Verwesung gewechselt. Mein Energielevel lag irgendwo zwischen „leerer Handyakku“ und „toter Goldfisch“.
Dass ich in der Ergotherapie nicht theatralisch zusammengebrochen bin, grenzt an ein medizinisches Wunder. Vermutlich war ich einfach zu müde zum Umfallen.
Die Strategie des Tages: Realitätsflucht Um dieses Elend zu ertragen, habe ich das einzig Vernünftige getan: Schlafen. Eine Stunde vor dem Mittag, eine Stunde danach. Man könnte es Depression nennen, ich nenne es „strategische Bewusstlosigkeit“.
Dann kam der emotionale Schleudergang Nachmittags dann das Highlight: Die persönliche Psychotherapie. Und mein Gott, diese Frau ist eine verdammte Scharfschützin. Sie zielt nicht einfach auf die Probleme, sie legt den Finger direkt in die offene Wunde und drückt nochmal kräftig drauf, um zu sehen, ob ich auch wirklich zucke.
Versteht mich nicht falsch, sie ist brillant. Endlich mal jemand, der den emotionalen Sondermüll nicht nur sortiert, sondern anzündet. Es tut weh wie Hölle, aber hey, besser sie schneidet das Geschwür raus, als dass ich es weiter füttere. Masochismus für die mentale Gesundheit – wir gönnen uns ja sonst nichts.
Das große „Best-of“ der Katastrophen Dank ihrer präzisen Arbeit kam dann auch wirklich alles hoch. Ein wunderbares Potpourri aus den Geistern der Vergangenheit:
- Traumatische Osterfeuer und Weihnachten (wer braucht schon besinnliche Feiertage?).
- Die glorreiche berufliche Laufbahn: Drei Jahre lang den Arsch aufgerissen für einen Lohn, der kaum für Nudeln mit Ketchup reicht, nur um dann entsorgt zu werden.
- Die Begründung? Mein persönlicher Favorit der Heuchelei: „Wir wollen Rücksicht auf Ihre Gesundheit nehmen.“ Klar. Weil ich vor einem Jahr mal einen Ton gesagt habe. Übersetzt heißt das: „Du bist unbequem, tschüssi.“ Danke für gar nichts.
Die Kirsche auf dem Scheißhaufen Und weil das alles noch nicht genug Spaß für einen Tag war, servierte mein Gehirn zum Nachtisch noch den aktuellen Liebeskummer. Lecker.
Fazit: Dieser Tag ist ein einziges verkehrsunfähiges Wrack. Ab in die Schrottpresse damit, Deckel drauf, anzünden. Morgen kann es eigentlich nur besser werden – oder ich bleibe einfach direkt liegen.
Moin min Jung,
wer Augenringe wie ein Waschbär auf Entzug hat, gehört ins Nest. Hör auf, dir den Kopf über diese fehlgezüchteten Röchel-Tölen zu zerbrechen. Investier den Hirnschmalz lieber in die taktische Planung, wie du dem Schnarcher neben dir das Kissen so sanft aber bestimmt auf die Visage drücken kannst, dass es wie ein natürlicher Abgang aussieht. Ein stiller Dienst an der Menschheit – für ihn, die zukünftige Witwe und vor allem für deine Nerven. Hauptsache, die Weste bleibt weiß.
Gut, dass du bei der Seelen-Klempnerin bist. Irgendwer muss das Wrack ja seetüchtig halten, damit es vorwärts geht.
Sonntag spült es mich nach Augsburg. Wenn du den Drang verspürst, können wir uns treffen. Alles kann, nix muss – ich will dich ja nicht zum Glück prügeln.
Ich genehmige mir grad einen 30er Glenfarclas auf dein Wohl. Wäre genau dein Gift. Ich pack dir den Werbe-Schnack der Destille mal dazu – liest sich zwar wie ein Liebesgedicht an eine Praline, aber der Stoff taugt tatsächlich was:
„Der Glenfarclas 30 Jahre ist ein hervorragender Scotch Single Malt Whisky der renommierten Destillerie Glenfarclas, und besticht durch sein volles fruchtiges Aroma, gepaart mit einer angenehmen Malznote und einer Spur Cognac. Auf der Zunge wird das fruchtige Aroma des Buketts von Nüssen und Marzipan wunderbar umhüllt, und entwickelt sich zu einer wahren Gaumenfreude. Der lange Abgang, der von dem wunderbaren Geschmack heißer Schokolade dominiert wird, macht das herrliche Geschmackserlebnis vollkommen.“
Sieh zu, dass du morgen wieder Land siehst. Unkraut vergeht nicht, du packst das.
Hol di fuchtig, Maximus