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Nachholbedarf und Heimatgrüße
Der heutige Sonntag steht unter dem Motto: Koma-Schlaf. Ich habe über 10 Stunden geschlafen, nur unterbrochen vom Tablettenwecker. Mein Zustand ist aktuell irgendwo zwischen wach und matschig – ans Steuer würde ich mich so definitiv nicht setzen. Aber das Sofa ist ja auch ein schöner Ort.
Besonders schön war eine Nachricht meiner besten Freundin aus Berlin. Es tut gut, mal wieder etwas Vertrautes aus der Heimat zu hören, abseits der üblichen Hypes, die man sonst so mitbekommt. Ich nutze den Tag heute noch als letzte Ruheinsel. Ab morgen wartet der bürokratische Wahnsinn und viel Organisationskram auf mich. Aber ich bin bereit, das anzugehen. Macht euch einen gemütlichen Sonntag!
Twice Born – oder: Warum Männer zu Clowns und Frauen zu Drachen werden
Ich habe da eben eine interessante These gehört: Alle 7 Jahre erneuert sich der Mensch. Neuer Zyklus, neue Zellen, neues Glück? Schön wär’s. Angeblich ist man zwischen 42 und 49 in der Phase des „Twice Born“ (Sanskrit für „zweimal geboren“). Frauen entdecken da plötzlich ihr Charisma, reichen die Scheidung ein und beenden die Illusionen. Männer hingegen? Die werden wieder albern wie Kinder.
Realitätscheck bei mir: Treffer, versenkt. 2012, Trennung. Danach habe ich den „albernen Mann“ in Perfektion gespielt. Party, One-Night-Stands, keine Bremse. Warum? Weil ich 10 Jahre lang eingesperrt war und nicht ich selbst sein durfte. Ich habe gelebt, als gäbe es kein Morgen. Aber das Schicksal hat Humor: 2013 und 2014 kamen die Quittungen. TIA, Pneumothorax, Depression. Der Körper hat „Stopp“ geschrien, während der Kopf noch Party wollte. Und heute? Laut Theorie müsste ich weise und gereift sein. Stattdessen kämpfe ich mit einer „dummen Unzufriedenheit“ und Erinnerungen, die sich tiefer eingebrannt haben, als es jede Zellerneuerung löschen könnte. Johannes Oerding singt: „Der Mensch hat die Augen vorne, damit er nicht ständig zurückschaut.“ Guter Plan. Aber mein Rückspiegel ist riesig, und darin sehe ich nicht nur die alten Narben, sondern auch die frischen Wunden – danke an die Mitpatientin für den emotionalen Missbrauch. Vielleicht werde ich ja im nächsten 7-Jahres-Zyklus ein erleuchteter Guru. Bis dahin bleibe ich wohl ein zynischer Realist mit zu viel Gepäck.
Wenn man einfach mal Karaoke macht
Auch schöne Erinnerungen:
Mein erster Song
Ja ich habe KI benutzt und fuck, für das erste Mal find ich den schon ziemlich cool, auch wenn es mich erschreckt, was heute möglich ist:
Tag 3 in Freiheit – Von Lügnern und Eigentoren
Tag 3 in „Freiheit“. Es läuft. Und wie es läuft. Ich amüsiere mich immer noch königlich über die Anzeige wegen Verleumdung. Manche Leute rennen wirklich mit Anlauf und einem Lächeln gegen die Wand. Wie dumm muss man eigentlich sein? Ich besitze den kompletten Chat-Verlauf als Export. Ich habe die Original-E-Mail. Für die technische Laienspielgruppe da draußen: Damit lässt sich zweifelsfrei beweisen, dass nichts, aber auch gar nichts verändert wurde. Aber das scheint ja ein Trend zu sein: Wenn man beim Lügen erwischt wird, lügt man einfach weiter. Die Strategie der Verlierer. Hat heute eigentlich niemand mehr die Eier in der Hose zu sagen: „Ja, du hast recht, ich habe Scheiße gebaut“? Fehlerkultur? Fehlanzeige. Stattdessen wird gedroht und gejammert. Das letzte Mal, dass ich so eine Realitätsverweigerung erlebt habe, war 2012. Geschichte wiederholt sich, die Dummheit bleibt konstant.
Meine Stimmung? „Lala“. Aber das hält mich nicht davon ab, jetzt erst mal ausgiebig zu duschen und dann endlich mal das Chaos hier zu beseitigen. Die Taschen stehen noch unberührt seit der Ankunft. Aber hey, der Kram läuft nicht weg – im Gegensatz zur Wahrheit, die läuft euch Lügnern nämlich gerade davon. Später noch ein wichtiger Termin. Es bleibt spannend.
Der einzige Grund
Endlich Solo-Schnarchen
Abflug ins warme, huschelige Bett. Endlich. Das erste Mal wieder zu Hause. Das bedeutet: Kein Bettnachbar, der nervt, atmet oder existiert. Und vor allem: Kein grenzwertiges Essen, das man nur mit viel Fantasie identifizieren kann. Ich freue mich drauf. Ich werde die Nacht durchsägen, dass die Wände wackeln – und niemanden wird es stören. Bin ich euphorisch? Nein. Aber ich bin zuversichtlich. Das ist mehr, als ich lange hatte. Schauen wir mal, was der Morgen bringt. Gute Nacht.
Und übrigens Mrs Lügenbaron droht mir jetzt mit einer Anzeige wegen Verleumdung, ich glaube ich habe im Leben nicht soviel gelacht.
Der Arschloch-Pokal oder Vier Pfoten gegen den Rest der Welt
Zu Hause. Endlich. Die Begrüßung war das einzige Highlight des Tages: Der Hund hat fast Luftsprünge gemacht. Der ganze Schwanz wedelte mit dem Hund, nicht umgekehrt. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich wenigstens ein Lebewesen ehrlich freut, mich zu sehen. Der Rest? Standard-Wahnsinn. Frau Dr. L. hat mich abgefertigt wie ein Postpaket kurz vor Feierabend – aber gut, sie wurde in der Notaufnahme gebraucht. Sei’s drum. Dann der Klassiker der modernen Unfähigkeit: Der Uber-Fahrer fand die Einfahrt nicht. Ende vom Lied: Ein Taxi musste her. Doppelt so teuer, aber der Fahrer war wenigstens ein Mensch und kein Navi-Zombie. Krankschreibung geholt, eingekauft, Tür zu.
Kaum sitzt man, geht der Terror weiter. Mein ignoranter Nachbar beschallt das Haus mit seiner Heimkino-Anlage. Vielleicht sollte ich mir wieder angewöhnen, Musik über Lautsprecher zu hören – oder ich drehe ihm einfach mal die Sicherung raus. Ignoranz scheint ja der neue Volkssport zu sein. Apropos Sport: In der Disziplin „Menschliche Kälte“ gab es einen Führungswechsel. Jahrelang hielt „Arschloch Anke“ den Titel. Aber Glückwunsch, wir haben eine neue Nummer 1: „Arschloch Lina“. Was ich die letzten Tage erlebt habe, ist die Krönung an Eiseskälte. Dagegen war Anke ja fast ein Sonnenschein. Egal. Heute ist Chill-Modus. Morgen sehen wir weiter.
Abschiedsgeschenke: Ein Engel für Dich, die Wahrheit für das Stück Abfall
Status: Letzte Therapie durch. Beste Beratung ever. Morgen Abflug. Klarstellung für die Naiven: Ich bin nicht gesund. Ich bin stabilisiert. Das ist ein Unterschied wie zwischen „Auto fährt wieder“ und „TÜV neu ohne Mängel“. Es liegt Arbeit vor mir, aber ich habe jetzt einen Plan. Und den werde ich durchziehen.
Der Tag hatte zwei Highlights. Erstens: Ich habe noch schnell ein Engelchen fertig gemacht. Für jemanden mit Herz. Zweitens: Ich habe eine Bombe platzen lassen. Das verlogene Stück menschlichen Abfalls, das sich in mein Leben geschlichen hatte, darf sich warm anziehen. Der Chatverlauf ist raus – direkt an die betroffene dritte Person. Viel Spaß beim Erklären deiner Lügen. Karma liefert heute per Express. Genug Gift verspritzt. Ich grinse mir jetzt einen, freue mich auf hoffentlich essbares Abendbrot und verschwinde früh in die Koje.