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Hust, Prust und Atemnot (Der körperliche Verfall) – Das letzte Übernachtungstraining – Atemlos durch die Nacht
Ein wundervoll bedeckter Tag. Draußen neblig und dunkel, drinnen in mir noch dunkler. Heute steht das letzte „Übernachtungstraining“ an, bevor man mich hier nächste Woche vor die Tür setzt. Nicht schön, aber selten. Die Stimmung passt zum Wetter: So viele offene Fragen, so wenig Ideen für die Zukunft. Aber wir machen ja „das Beste draus“. Hust, prust. Was zur Hölle auch immer „das Beste“ sein soll, wenn man kaum geradeaus gucken kann.
Neuester Gag meines Körpers: Verdacht auf Schlafapnoe. Seit 2-3 Wochen bin ich so müde, dass ich mich morgens direkt wieder ins Koma legen könnte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass das zeitlich exakt mit dem ganzen Stress hier zusammenfällt. Also darf ich nach der Entlassung direkt zum nächsten Arzt rennen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Apropos Arzt: Ich warte immer noch auf die Audienz bei der Leitung der Psychotherapie. Ob das vor dem Rausschmiss noch klappt? Bitte, liebes System: Enttäuscht mich nicht. Überrascht mich einmal, nur ein einziges Mal, im positiven Sinne. Aber ich halte besser nicht die Luft an – das macht mein Körper ja nachts schon von alleine.
Von Lügnern und Matratzen
Heute Morgen ploppte eine Nachricht auf (die erste Mündlich / Persönlich), die meine Lachmuskeln strapaziert hat. Der Typ, der mir dreist ins Gesicht gelogen hat, teilte mir feierlich mit, dass er heute das Krankenhaus verlässt – und, man höre und staune: Ich müsse mir „keine Sorgen mehr machen“.
Süß. Aber worum genau soll ich mir Sorgen machen? Um einen pathologischen Lügner? Oder um ein Girlie, das so chronisch untervögelt scheint, dass sie sich heimlich eine ganze Sammlung an Stechern hält, um ihren hormonellen Notstand zu verwalten? Ganz ehrlich: Ihr überschätzt eure Relevanz gewaltig. Beide haben schon viel zu viel meiner kostbaren Zeit gefressen. Ich wünsche euch beiden nur das beste Karma. Und glaubt mir, der Lieferservice von Karma hat zwar manchmal Verspätung, aber er liefert immer aus. Ein zweistündiges Telefonat gestern hat mir die Augen geöffnet und meinen Kopf gewaschen. Ihr seid ab jetzt nur noch unwichtige Zellhaufen in meiner Vergangenheit. Deleted, wie Eure Kontaktdaten und Chats. Balls of Steel
Heute nix mehr…
Freue mich aufs Wochenende und das zweite Date 😗
Positiv denken (am Arsch)
Hey, endlich mal gute Nachrichten! Mein Gespräch fällt heute aus. Ja genau, das Gespräch, dem ich seit vier Wochen hinterherrenne wie ein räudiger Hund dem Postauto. Es ist doch herzerwärmend zu sehen, wie ernst man hier genommen wird. Therapieerfolg durch Nichtbeachtung – ein revolutionäres Konzept.
Dazu passte das kulinarische Highlight des Tages perfekt: Eine „Pfanne“, die sich als gedünstetes Gemüse in einer undefinierbaren hellen Pampe mit geschmacklosen Feta-Bröckchen entpuppte. Ein Fest für die Sinne – wenn man Geschmacksverirrung als Fest bezeichnet. Meine Bewältigungsstrategie: Zwei Stück Kuchen und jetzt eine ganze Packung Kekse. Der Zuckerschock ist wenigstens verlässlich.
Aber das wirkliche Positive? Der Scheiß von gestern geht mir mittlerweile komplett am Arsch vorbei. Das nenne ich mal emotionale Stabilität durch völlige Gleichgültigkeit. Und ab 14 Uhr bin ich alleine. Keine Menschen, keine „Pfannen“, keine abgesagten Termine. Nur ich und die Ruhe vor dem Sturm.
21.01.2026 – Positiver Tag Teil 1 – Sesam, Honig und die verdächtige Ruhe
Heute ist einer dieser Tage, an denen das Universum anscheinend vergessen hat, mir Steine in den Weg zu legen. Es fing schon damit an, dass es Sesambrötchen gab. Nicht diese blassen Teiglinge, sondern schön dunkel gebacken, genau so, wie sie sein müssen. Dazu Honig. Gesund, süß, und für heute vollkommen ausreichend.
Das Highlight? Mein Terminkalender gähnt mich an. Erst um 13 Uhr muss ich antreten. Bis dahin heißt es: Pennen, faulenzen, die Decke anstarren. Draußen herrscht klirrende Kälte. Und wisst ihr was? Ich liebe sie. Es gibt nichts Schöneres, als sich den Arsch abzufrieren, wenn man ganz genau weiß, dass man danach in ein warmes, wohliges Heim zurückkehren kann. Ich genieße diesen positiven Tag – auch wenn ich misstrauisch warte, wo der Haken ist. Aber bis dahin: Mahlzeit.
Danke Maximus
Danke Maximus, für diese doch wirklich geile Auszeichenung:

Ehrlichkeit? Ausverkauft.
Ehrlichkeit. Ein Wort, das heute wohl im Duden unter „veraltet“ oder „ausgestorben“ stehen müsste. In der heutigen Zeit scheint Ehrlichkeit nur noch ein Hindernis zu sein. Ein Handicap für all jene, die sich rücksichtslos ihre Vorteile sichern wollen. Das Motto lautet: Nimm, was du kriegen kannst, und lass die anderen ruhig am Wegesrand verhungern. Hauptsache, das eigene Ego ist satt.
Herbert Grönemeyer wusste es schon 1993: „Du bist kein Verlust“. Damals war ich 23. Eine andere Welt. Wir saßen mit Carmen und Opa am Tisch und haben Skat gespielt. Da wurde „gereizt“, aber nicht verletzt. Da wurde getrickst, aber nicht betrogen. Da zählte das Wort noch etwas. Heute, 33 Jahre später, muss ich feststellen: Die Welt ist ein Haifischbecken geworden, in dem selbst die Goldfische Piranha-Zähne tragen. An die Adresse derer, die Ehrlichkeit für Schwäche halten: Hört euch den Song an. Ihr seid keine Gewinner. Ihr seid einfach nur kein Verlust.
Hast doch zugetreten
Die Gelegenheit genutzt
Mitgefühl geheuchelt
Mich ‚runtergeputzt
Aus mir Kapital geschlagen
Für Deinen Vorteil verkauft
Hast Erinnerungen hochgehalten
Auf mein Sentiment gebaut
Um mich mich gekümmert nach Plan
Längst die Seiten getauscht
Meine Karten verraten
Am anderen Tisch
Mich mit alten Zeiten geblendet
Dein linkes Spiel gespielt
Endlich nach Deinen Regeln
Dich wie der König gefühlt
In Deinem Rausch übersehen:
Für Dich war’s ’ne Nummer zu großHast meinen Freund gemimt
Dabei nur gelitten
Und den Neid nur vergessen
Bei jedem neuen Tritt
Hast mich zum Fraß vorgeworfen
Als ich schon längst nicht mehr stand
Hast meine Schwäche genossen
Dein endlicher Kampf
Dir ging’s nur noch ums Messen –
Du bist kein Verlust
Für mich warst Du nie Gegner
Hab‘ Dir tausendprozentig vertraut
Dir alles erzählt
Vor Dir Intimstes aufgetaut
Hab‘ Dich, vielleicht zwanghaft
Mit ’nem Heiligenschein versehen
Hatten nie Probleme
Wer nimmt und wer gibt
Nie rivalisiert
Diese Sicherheit versiebt
Das Leben ist härter
Wir haben die Unschuld verloren
Hast Dir auf die Zunge gebissen
Die Lippen verspannt
Und vom Ehrgeiz zerrissen
Nie was beim Namen genannt
Hast mich still erduldet
Immer Haltung bewahrt
Auf Deine Gelegenheit gewartet
Sie sofort genutzt, knallhart
Dir ging’s nur noch ums Messen –
Du bist kein VerlustHast mich still erduldet
Immer Haltung bewahrt
Auf Deine Gelegenheit gewartet
Sie sofort genutzt knallhart
Dir ging’s nur noch ums Messen –
Du bist kein Verlust
Arschtritt mit Anhang
Irgendwann musste es ja passieren. Aber das hier? Das ist neue Liga. Mir haben im Leben schon viele Menschen in den Hintern getreten. So fest, dass ich dachte, der Stiefel steckt noch drin. Aber heute? Heute habe ich das Gefühl, derjenige hat sein Bein gleich mit drinstecken lassen. 55 Jahre Lebenserfahrung, viel Mist gesehen, aber das hier ist die Krönung. Das Sahnehäubchen auf einem Haufen Scheiße. Nicht des Abends, nicht des Jahres – meines Lebens. So viel Unehrlichkeit, so viel Verarsche. Unfassbar. Ich könnte jetzt den Coolen spielen. So tun, als würde es an mir abperlen. Aber die Wahrheit ist: Der Gedanke an eine 9mm und ein finales „Leckt mich alle, ihr Bastarde“ hat einen erschreckenden Charme. Ihr habt mein Vertrauen nicht verdient. Keiner von euch. Danke für diese harte Lektion. Das Timing ist exzellent: Gerade wieder halbwegs gefangen, den viel zu frühen Rausschmiss-Termin kassiert und dann das. Details gibt es hier nicht. Echte Freunde werden es erfahren. Der Rest kann zur Hölle fahren.
Ich habe fertig (Teil 2 & 3) – Ein Unikat und ein Ultimatum
Es ist vollbracht. Das Kreuz ist fertig. Ein Unikat, gefertigt von meinen eigenen, unruhigen Händen. Ich werde es in Ehren halten – als Mahnmal. Entweder als Erinnerung an den Menschen, der mir zeigte, dass ich noch fähig bin, Liebe zu spüren. Oder als stiller Platzhalter für den Moment, in dem dieser Mensch vielleicht doch seinen Fehler erkennt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich qualvoll langsam.
Weniger Hoffnung macht mir die Chefarzt-Visite. Der Countdown läuft: Bis kommenden Mittwoch darf ich noch Gast in diesem Etablissement sein. Alternativen? Keine. Dass ich draußen keine Therapeutin finde, die meine Sozialphobie nicht triggert? Egal. Das wird einfach ignoriert. Die Bilanz dieser „Behandlung“: Nach exakt zwei persönlichen Therapiestunden heißt es: Ab nach Hause. Zu den Panikattacken, vor denen ich gewarnt habe. Klingt komisch? Ist aber so. Das ist der Peter Lustig der Psychiatrie.
Jetzt höre ich Peter Gabriel, „Signal to noise“, und starre ins Leere. Weder vor noch zurück. Ich habe keinen Plan, keine Ahnung. Vielleicht geht es irgendwie weiter. Vielleicht auch nicht. Das Kreuz steht, der Rest fällt.

Eine der besten Versionen ever davon….