Wie so oft lässt das nächste Wunder nicht lange auf sich warten. Heute traf ich meine Tochter, gebracht von ihrer Mutter. Früher war dieser Moment immer geladen: Ein wenig Aufregung, vielleicht zu viel Zuneigung, eine seltsame, fast magische Verbundenheit, die uns kettete. Doch heute? Nichts. Sie ist weg. Jedenfalls bei mir. Absolut komplett und nicht mehr da.
Warum? Ich weiß es nicht. Ich ahne etwas, aber es überrascht mich nach so vielen Jahren doch. War es mein Aufenthalt hier? Ist es die Akupunktur, die alte Blockaden gelöst hat? Liegt es an den (noch nicht mal stattgefundenen) Therapien? Oder liegt es schlicht an dem Zauber, der jetzt eine andere Person umgibt?
In meinem Kopf sitzen wieder Engelchen und Teufelchen und bekriegen sich. Sie suchen Gründe, sie warnen, sie locken. Aber am Ende bleibt nur Erich Fried, der es besser wusste als wir alle:
Was es ist
Es ist Unsinn sagt die Vernunft Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück sagt die Berechnung Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst Es ist aussichtslos sagt die Einsicht Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist lächerlich sagt der Stolz Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht Es ist unmöglich sagt die Erfahrung Es ist was es ist sagt die Liebe