Zu Hause. Endlich. Die Begrüßung war das einzige Highlight des Tages: Der Hund hat fast Luftsprünge gemacht. Der ganze Schwanz wedelte mit dem Hund, nicht umgekehrt. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich wenigstens ein Lebewesen ehrlich freut, mich zu sehen. Der Rest? Standard-Wahnsinn. Frau Dr. L. hat mich abgefertigt wie ein Postpaket kurz vor Feierabend – aber gut, sie wurde in der Notaufnahme gebraucht. Sei’s drum. Dann der Klassiker der modernen Unfähigkeit: Der Uber-Fahrer fand die Einfahrt nicht. Ende vom Lied: Ein Taxi musste her. Doppelt so teuer, aber der Fahrer war wenigstens ein Mensch und kein Navi-Zombie. Krankschreibung geholt, eingekauft, Tür zu.
Kaum sitzt man, geht der Terror weiter. Mein ignoranter Nachbar beschallt das Haus mit seiner Heimkino-Anlage. Vielleicht sollte ich mir wieder angewöhnen, Musik über Lautsprecher zu hören – oder ich drehe ihm einfach mal die Sicherung raus. Ignoranz scheint ja der neue Volkssport zu sein. Apropos Sport: In der Disziplin „Menschliche Kälte“ gab es einen Führungswechsel. Jahrelang hielt „Arschloch Anke“ den Titel. Aber Glückwunsch, wir haben eine neue Nummer 1: „Arschloch Lina“. Was ich die letzten Tage erlebt habe, ist die Krönung an Eiseskälte. Dagegen war Anke ja fast ein Sonnenschein. Egal. Heute ist Chill-Modus. Morgen sehen wir weiter.