Ich zwinge mich, in all dem Schmerz etwas Positives zu sehen. Und ich habe es gefunden: Der Schmerz beweist mir, dass ich offensichtlich doch noch fähig bin, so etwas wie Liebe zu empfinden. Für mich war es die Liebe auf den zweiten Blick. Im Sommer sahen wir uns das erste Mal, aber erst der zweite Blick war derjenige, der so unendlich tief ging. Für mich grenzt das an ein Wunder. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, dass mein Herz dazu noch in der Lage ist.
Was bleibt, ist eine offene Frage: Interessant wäre gewesen, wie es sich anfühlt, sie in den Arm zu nehmen. Dazu kam es leider nicht. Und so tue ich das, was ich am besten kann: Ich habe es wieder wunderbar im Griff, alles zu überspielen. Niemand sieht, wie massiv zerrissen ich innerlich bin. Gelernt ist eben gelernt: Die Maske sitzt perfekt.
Guten Morgen,
deine Mutter hätte jetzt vermutlich den Klassiker aus der Mottenkiste geholt: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter.“ Wie ich diese Phrase hasse. Sie ist so hilfreich wie ein Schirm bei einem Hurricane. Aber: Du wirst wieder glücklich werden. Das ist keine Floskel, sondern Lebenserfahrung. Ob sie dabei eine Rolle spielt oder nur eine Fußnote bleibt, ist fast zweitrangig.
Schön zu sehen, dass du dir, im Gegensatz zu unserem Eisblock Nicolai, deine Empathie bewahrt hast. Das unterscheidet den Menschen von der Maschine. Einen erträglichen Feiertag euch da unten.
Maximus