Ein wundervoller Abend steht bevor. Besuch ist im Anmarsch. Die erste Amtshandlung wird sein, das kulinarische Grauen (aka Abendessen) zu inspizieren. Sollte es wieder aus der Kategorie „Körperverletzung“ stammen, essen wir auswärts. Man muss sich ja nicht selbst vergiften, nur weil es umsonst ist.
Der Tag war fast schon verdächtig entspannt. Mein persönliches Meisterwerk, „Bernd das Brot“, wird gerade gebrannt. Die Kursleiterin macht ihn fertig – im Gegensatz zum Oberarzt, dessen Meinung zur Reha ich mal gepflegt ignoriere. Ich höre mir morgen lieber an, was die Fachfrau sagt. Kompetenz soll es ja gerüchteweise auch hier geben, man muss sie nur suchen.
Es ist ein seltsames Gefühl: Die Vorfreude auf Zuhause mischt sich mit der Panik vor dem leeren Kalender. Aber Prioritäten sind gesetzt: Mein 34-Zoll-Monitor wartet. Endlich wieder zocken, Aufträge für das Werftschiff fertigstellen, streamen. Die digitale Welt enttäuscht einen wenigstens nicht so wie die reale. Freitag kommt Besuch aus dem hohen Norden, und ich habe noch zwei Nummern von Frauen in der Hinterhand, die sich tatsächlich für mich interessieren und nicht nur einen Spiegel für ihren eigenen Narzissmus suchen. Ja, ich habe gelernt. Der Fehler „Klinik-Romanze“ kommt mir nicht mehr ins Haus. Ehrlichkeit ist der neue Trend.
Apropos Trend: „Isch schwör Alda“. Dass ich das schreibe, ist schlimm. Dass Word es nicht als Fehler markiert, ist der Untergang des Abendlandes (ja Abendland, nicht Abendbrot)
Euch einen schönen Abend – hoffentlich ohne Glatteis und mit besserem Essen als hier.