Schnee, Bublé und das Kind im Manne

„Ich wollte nie erwachsen sein.“ Eigentlich bin ich kein großer Peter Maffay Fan (außer „Tiefer“, das ist gut). Aber es gibt diese Version von „Nessaja“ mit Katie Melua, und die hat es mir wirklich angetan.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gestern Abend genau so gefühlt habe. Die Akupunktur hat mich nicht – wie geplant – runtergefahren, sondern völlig aufgedreht. Ich war wie ein kleines Kind: Ich habe meinen Namen in den Schnee geschrieben und Botschaften auf die schneebedeckten Tische im Außenbereich gemalt. Jetzt sitze ich hier, schaue in die Sonne, die auf den weißen Boden knallt, und auf meinen Ohren läuft Michael Bublé mit „Haven’t met you yet“. Keine Ahnung, woher diese Leichtigkeit kommt. Gestern habe ich noch ganz knapp meine Miete überwiesen (Existenzangst lässt grüßen), aber dieser eine Mensch schafft es einfach, meine Laune in die Stratosphäre zu schießen.

Gestern ging es ihr schlecht. Vielleicht ist das ein Zeichen des Ausgleichs: Dass ich plötzlich mehr Kraft entwickele, um ihr etwas abzugeben. Meine Albträume heute Nacht waren zwar ein Dämpfer, aber das Grundgefühl bleibt wunderschön. Die Depressionen wandern langsam auf den Müllhaufen der Geschichte. Bestimmt. Sogar meine Tochter hat am Telefon schon gefragt, was mit mir los ist. Sie ist mindestens so empathisch wie ich und hört jede Nuance in meiner Stimme.

Euch allen einen schönen Samstag. Ich werde nachher vielleicht mal das Klinikgelände verlassen. Schauen wir mal, was die Welt draußen so macht.

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