Vom Himmel auf die Erde (und in ein Uber)

Das Übernachtungstraining. Der gestrige Abend war noch ein Traum: Super Stream, super Ablenkung, danach schnell und gut geschlafen. Doch das Erwachen war der Absturz. Wie aus dem Nichts kam ein Sturm auf – Panikattacken, Zukunftsängste, das volle Programm. Ich fühlte mich sterbenselend und wollte nur noch weg. Also: Waschen, anziehen, Uber rufen. Flucht. Auf dem Weg traf ich noch einen Nachbarn – keine Ahnung, wer mehr Angst vor dem anderen hatte. Aber im Uber, bei einem wildfremden Fahrer, war die Angst plötzlich weg. Völlig paradox: Bekanntes macht Panik, Fremdes ist okay. Verstehe einer den Kopf.

Dann kam die Rettung in Form einer Nachricht. Ich schrieb einer lieben Mitpatientin von meinem Leid und dem Liebeskummer. Und sie hat mich mal so richtig eingenordet. Das dürfen bei mir nicht viele, aber sie darf das. Wir hatten keinen leichten Start, aber mittlerweile haben wir zusammen gelacht, geweint und uns verstanden. Ihre Worte saßen: Kein Ex-Partner ist es wert, dass wir trauern. Wenn sie unseren Wert nicht sehen – Pech gehabt. Ihr Verlust, nicht unserer.

Wir haben einen Pakt geschlossen. Sie schlug vor: „Wie wäre es, wenn wir 2026 für uns nutzen? Transformieren. Einfach nur mal auf uns achten. Wir haben uns immer um andere gekümmert. Kümmern wir uns um unsere innere und äußere Zufriedenheit. Machst du mit?“

Klar mache ich mit. Das ist kein Narzissmus, das ist überfällige, gesunde Selbstliebe. Ich habe direkt angefangen: Eine Runde ums Krankenhaus laufen. Danke dir für den Kopfwaschgang!

Namen werden hier nur auf ausdrücklichen Wunsch der Personen genannt.

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