Was von einem Leben bleibt

Alles, was von einem Leben bleibt, ist ein Fußabtreter. Die Ironie dahinter könnte kaum bitterer sein.

Ich kannte ihn nicht wirklich, den Mann, der da direkt neben mir wohnte. Ich wusste nur, dass er Busfahrer war – nicht mehr und nicht weniger. Und ich wusste, dass er unendlich gerne Filme über sein Surround-System schaute, oft sehr zu meinem Leidwesen. Aber jetzt ist er weg, und heute wurde alles aus seiner Wohnung geräumt und entsorgt. Nichts ist geblieben, außer diesem Fußabtreter und seinen Namensschildern an der Tür.

Es ist ein zutiefst trauriger Moment, wenn jemand mit nicht einmal 40 Jahren einfach aus dem Leben gerissen wird. Und sofort mache ich mir schon wieder Gedanken, die ich mir vielleicht gar nicht machen sollte. Ich habe von all dem nichts mitbekommen. Er hat mich nie an seinem Leben teilhaben lassen, ganz im Gegensatz zu den beiden Vormietern. Wir waren uns fremd.

Trotzdem berührt es mich. Komm gut dort an, wo du jetzt bist. Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen, dass es dir dort besser geht.

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