Wenn es mir schlecht geht, sehe ich schärfer

Nachricht aus Berlin: Ein Anschlag auf einen Klimabus. Feige. Sinnlos. Solche Meldungen lassen mich oft wütend zurück, aber heute haben sie mich melancholisch gemacht. Ich musste an Hamburg 2014 denken. Drei Obdachlose, eine Stunde Zeit, ein Foto als Erinnerung.

Ich wüsste zu gerne, wo diese drei heute sind. Haben sie es geschafft? Leben sie überhaupt noch? Es ist eine Tatsache, die ich an mir beobachte: In Phasen, in denen ich selbst kämpfe, werden meine Sensoren für das Leid anderer feiner. Man schaut nicht mehr weg, man fühlt mit. Damals habe ich Geld gegeben – eine für mich untypisch hohe Summe. Aber es waren feine Kerle, nüchtern, ehrlich. Ich hoffe bis heute, dass es ihnen zumindest für ein paar Tage Erleichterung verschafft hat.

Dank Datenschutz und der Anonymität der Großstadt bleiben ihre Schicksale im Dunkeln. Aber das Bild und die Erinnerung bleiben.

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