Willkommen zuhause, Bernd! Von blassen Broten, blühenden Pflanzen und dem Blick auf das Positive

Heute war ein besonderer Tag: Ich habe Bernd abgeholt. Bernd stammt aus meiner kreativen Schaffensphase während meines Aufenthalts im BKH Augsburg.

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag in der Ergotherapie. Ich saß da und meinte nur demotiviert: „Ich habe einfach keine Lust…“ Die Therapeutin schaute mich an und fand genau die richtigen Worte. Sie fragte nur trocken: „Herr Steinkamp? Was würden Sie denn sonst jetzt machen?“ Tja. Und schwupps, war ich drin im Thema.

Wie Bernd entstand Irgendwie erinnerte ich mich daran, dass wir auf der Silvesterfeier im Krankenhaus (natürlich völlig alkoholfrei) die Neujahrsansprache von Bernd das Brot geschaut hatten. Das war die zündende Idee! Also beschloss ich, Bernd zu bauen, auch wenn ich nur noch zwei Wochen Zeit in der Klinik hatte.

Eigentlich wollte die Therapeutin Bernd nach meiner Entlassung noch bemalen, ist aber im Klinikalltag einfach nicht dazu gekommen. Als ich ihn heute abholte, war er dementsprechend noch recht blass um die Nase. Aber sie meinte, mit Acrylfarben geht das wunderbar. Also werde ich Bernd jetzt selbst bemalen… schon ein bisschen verrückt, oder? Ein blasses, deprimiertes Kastenbrot anmalen.

Die kleinen Aufgaben des Lebens Aber ganz ehrlich: Ich bin unfassbar dankbar für Bernd. Das klingt vielleicht komisch, aber es ist so. Er gibt mir eine kleine Aufgabe. Genau wie die Pflanze, die mir mein Nachbar vor gut einem Jahr vermacht hat. Und ratet mal, wer aktuell in voller Pracht blüht? Richtig, die Pflanze. Letztes Jahr hat sie das noch nicht getan. Manche Dinge brauchen eben einfach ihre Zeit und ein bisschen Pflege.

Kaffee, Freundschaft und der Fokus auf das Gute Bei der Abholung heute habe ich mich außerdem noch auf einen Kaffee mit Robert getroffen. Er ist ein ehemaliger Mitpatient, mit dem ich seit dem Aufenthalt eine richtig tolle Freundschaft führe – und das, obwohl wir altersmäßig fast 20 Jahre auseinanderliegen. Solche Begegnungen sind Gold wert.

Mein Fazit für heute: Es gibt durchweg positive Dinge im Leben. Man muss sich nur bewusst dafür entscheiden, öfter mal das Positive zu sehen und sich nicht von den negativen Dingen runterziehen zu lassen.

Wie zum Beispiel von der Tatsache, dass meine Unterlagen immer noch nicht bei der Reha angekommen sind… Aber hey, ich habe jetzt ein Brot, das Farbe braucht. Eins nach dem anderen!

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