Zwangsbeglückung durch Vorlesen und Töpfern

Es gibt Dinge, die glaubt man erst, wenn man sie erlebt. Mein Zimmernachbar hat heute beschlossen, dass Stilles Lesen überbewertet ist und liest sein Buch einfach laut vor. In 55 Jahren Lebenserfahrung dachte ich, ich hätte alles durch – aber das ist neu.

Genauso chancenlos war ich heute in der „Keramik-Gruppe“ (Töpfern, nicht Klo). Meine Motivation lag bei minus zehn. Ich wollte gerade absagen, da zog die Betreuerin das Killer-Argument: „Was würden Sie denn sonst machen?“ Treffer, versenkt. Da die Alternative „Löcher in die Luft starren“ war, saß ich kurz darauf am Ton und formte einen Schneemann. Hoffen wir, dass er den Ofen überlebt.

Die Bilanz des Tages wäre eigentlich okay, wenn da nicht ein Defizit wäre: Das Lächeln, das mich gestern so aufgebaut hat, gab es heute nur einmal. Eindeutig unterzuckert in Sachen Herzenswärme. Morgen muss die Dosis erhöht werden.

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